BaFin: „Niedrigzins belastet LV-Anbieter erheblich“

Versicherungen von Michael Fiedler

Wie sich die aktuelle Niedrigzinsphase auf die deutschen Lebensversicherer auswirkt, zeigen neueste Zahlen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Um welchen Wert die Basiseigenmittel gesunken sind.

Haupteingang der BaFin in Bonn

Legte neue Zahlen zu den Auswirkungen von Solvency II auf die LV-Branche vor: die BaFin. Bild: © BaFin

Die derzeitigen Kapitalmarktbedingungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Eigenmittelsituation der Lebensversicherer. Das geht aus den neuesten Erhebungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervor. Die Effekte der „marktkonsistenten Bewertung“ von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten unter Solvency II zeigen, heißt es in einem BaFin-Papier, das procontra vorliegt.

So sind die Basiseigenmittel im ersten Quartal 2016 um durchschnittlich 12,7 Prozent gesunken. Laut BaFin sei dies in erster Linie auf den Rückgang der Ausgleichsrücklage zurückzuführen.

Wie sich die Kapitalanlagen der LV-Anbieter zusammensetzen

Insgesamt belief sich das Volumen der Kapitalanlagen der Lebensversicherungsunternehmen zum 01.01.2016 auf rund 990 Mrd. Euro.
Der überwiegende Anteil davon entfällt auf Anleihen: So sind 19 Prozent in Staatsanleihen investiert; auf Unternehmensanleihen, Schuldverschreibungen und Pfandbriefe entfallen 30 Prozent. Aktien und Anteile an verbundenen Unternehmen (inkl. Beteiligungen) machen laut BaFin etwa ein Viertel (25%) der Kapitalanlagen aus, wobei der Anteil an Aktien im Direktbestand gering ist (1%). Ein wesentlicher Teil entfällt außerdem auf Darlehen und Hypotheken (9%) sowie auf Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW), also Investmentfonds nach der OGAW-Richtlinie (11%).

 

„Die aktuelle Niedrigzinsphase belastet die deutschen Lebensversicherungsunternehmen erheblich. Die gesetzlichen Übergangsmaßnahmen entfalten hierbei derzeit die gewünschte dämpfende Wirkung. In Zukunft werden sich einige Unternehmen aber erheblich anstrengen müssen, bei anhaltender Niedrigzinsphase und sich sukzessive abbauender Wirkung der Übergangsmaßnahmen die Solvabilitätsanforderungen nachhaltig zu erfüllen. Die BaFin begleitet diese Anstrengungen mit intensivierter Aufsicht“, resümiert BaFin-Exekutivdirektor Dr. Frank Grund.

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