Verbraucherschützer kritisieren Standmitteilungen

Berater von Martin Thaler

Sie sollen die Kunden über ihre Lebens- oder Rentenversicherung informieren, bewirken aber oftmals das Gegenteil. Einer Studie der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge, verstößt ein Viertel gar gegen gesetzliche Vorschriften. Nun ist die Bafin eingeschaltet.

Die Standmitteilungen von Lebens- und Rentenversicherern sorgen bei vielen Kunden oftmals nur für Verwirrung.

Die Standmitteilungen von Lebens- und Rentenversicherern sorgen bei vielen Kunden oftmals nur für Verwirrung. Foto: fotomek - fotolia.com

Einmal im Jahr kommt Post, die bei vielen Inhabern einer Lebens- oder Rentenversicherung zumeist nur Fragezeichen hinterlässt: die sogenannte Standmitteilung. Hiermit wollen die Versicherer ihre Kunden eigentlich informieren, beispielsweise über das erreichte Vorsorgevermögen oder die zu erwartende Rente.   Doch viele Standmitteilungen gehen schlicht am Informationsbedarf ihrer Kunden vorbei –  zu diesem Befund kommt die Initiative Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hamburg.

Ein Viertel der untersuchten Standmitteilungen würde noch nicht einmal den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, so die Verbraucherschützer, die aus diesem Grund diese Verstöße der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) übermittelt haben.  

„Jährlich suchen tausende Verbraucher Rat und Hilfe im Umgang mit ihrer Lebensversicherung“, erklärte Sandra Klug, Leiterin des Hamburger Marktwächter-Teams.   „Viele finden in den Standmitteilungen nicht die Informationen, die sie brauchen. Was sie dort finden, verstehen sie häufig nicht“, so Klug.  Insgesamt wurden 68 verschiedene Standmitteilungen von 48 der rund 90 Lebensversicherer aus den Jahren 2014 und 2015 untersucht. Die untersuchten Gesellschaften würden 89 Prozent des gesamten Bruttoumsatzes der Branche vereinen, so die Marktwächter.

Das Ergebnis: Von den 68 untersuchten erfüllten 18 Standmitteilungen nicht die gesetzlichen Vorgaben, 36 konnten nicht den in wesentlichen Punkten den Empfehlungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entsprechenden Grundstandard erfüllen.  

Problematisch sei unter anderem der Mangel an standardisierten und einheitlichen Begriffen. Ein Überschuss werde nicht immer als solcher bezeichnet, teils heiße er Gewinnguthaben, Bonussumme oder Ansammlungsguthaben. So werde ein Vergleich von Policen verschiedener Anbieter erschwert, so die Verbraucherschützer.  

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