Riester: Für diese Reformen trommelt Erdland

Versicherungen von Martin Thaler

Die Zahl der Riester-Verträge war zuletzt leicht rückläufig. Dennoch hält GDV-Präsident Alexander Erdland eine Verdoppelung der Verträge für möglich. Hierfür seien jedoch Reformen notwendig.

Hält eine Verdoppelung der Riester-Verträge für möglich: GDV-Präsident Alexander Erdland.

Hält eine Verdoppelung der Riester-Verträge für möglich: GDV-Präsident Alexander Erdland. Foto: GDV

Die Riester-Rente strauchelt nicht, aber sie stagniert: Wie die Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen, war die Zahl der Riester-Verträge erstmals rückläufig. Nichtsdestotrotz gibt sich GDV-Präsident Alexander Erdland überzeugt, dass bei Riester das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. So er klärte Erdland gegenüber dem Versicherungsjournal, dass eine Verdopplung der Zahl der Riester-Sparer auf rund 33 Millionen möglich sei – allerdings seien hierfür verbesserte Rahmenbedingungen notwendig.  

Wie diese ausschauen könnten, erläuterte er nun einem Plädoyer unter dem markanten Titel „Riester kann mehr“. Neben der obligatorischen Bekräftigung, dass Deutschland mehr private Vorsorge nötig habe, wird Erdland dann auch konkret, was er unter verbesserten Rahmenbedingungen versteht.  

So spricht sich der GDV-Präsident für einen Riester-Freibetrag für Menschen aus, die im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind. „Bislang droht ausgerechnet Geringverdienern trotz starker Riester-Förderung, dass sie im Alter faktisch leer ausgehen“, so Erdland. Als konkreten Freibetrag schlägt Erdland eine Summe von 100 Euro vor.  

Auch eine flexiblere Handhabung der Verträge ist im Sinne des W&W-Vorstandsvorsitzenden. So solle die Einzahlung in die Verträge flexibler werden, Beitragszeiten sollen nachgeholt werden, wenn der Sparer mal aussetzen muss. Hierdurch soll Riester auch für Menschen interessant werden, die über eine „moderne Erwerbsbiographie“ verfügen. Auch Solo-Selbstständige und Nicht-Erwerbstätige sollen miteinbezogen werden.  

Anpassung an gestiegene Einkommen und Entbürokratisierung

Weiterhin fordert Erdland eine Anpassung der Riester-Förderung an die gestiegenen Einkommen, die mit einem erhöhten Vorsorgebedarf einhergehen. „Das muss übrigens nicht bedeuten, dass die Förderung für den Staat immer teurer wird. Die Kosten der Vorsorge-Produkte könnten sinken, wenn es Modelle gäbe mit einer automatisierten Einbeziehung in die zusätzliche Vorsorge“, so Erdland.  

Und auch das Thema Entbürokratisierung lässt Erdland nicht unbeachtet. So wird insbesondere der staatliche Verwaltungsapparat mit mehr 1000 Mitarbeitern moniert. „Ein Viertel der Kosten der Riester-Produkte, so schätzen wir, sind Kosten der Zulagenverwaltung.“  

Doch nicht nur beim Staat sieht Erdland Reformbedarf, sondern auch bei den Versicherern selbst. Hier wird die Senkung der Abschlusskosten an erster Stelle genannt. Diese seien bereits um 40 Prozent gesunken, doch werde versucht, diese über die Automatisierung der Verwaltungskosten weiter nach unten zu treiben. Zudem soll die Kostendarstellung vereinfacht werden, um dem Kunden einen besseren Überblick über die verschiedenen Riester-Produkte ermöglichen zu können.  

Auf diese Weise könne Riester gestärkt werden – für Erdland der einzig denkbare Weg. „Wer jetzt ein Konzept verteufelt, für das er vor 15 Jahren geworben hat, zerstört Vertrauen – auf das wir dringend angewiesen sind, um unser Rentensystem zukunftsfest zu machen.“

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