Rentenerhöhung bringt Bund Millionen

Versicherungen von Martin Thaler

Zum 1. Juli erfolgte die größte Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Doch die hohen Renten werden zumeist durch die hierauf anfallenden Steuern wieder aufgefressen.

Das Bundesfinanzministerium erwartet durch die Rentenerhöhungen Mehreinnahmen im dreistelligen Millionenbereich.

Das Bundesfinanzministerium erwartet durch die Rentenerhöhungen Mehreinnahmen im dreistelligen Millionenbereich. Foto: Ilja C. Hendel - Bundesministerium der Finanzen

Es war der höchste Rentenanstieg seit 23 Jahren: Zum 1. Juli dieses Jahres stiegen die Renten im Westen der Republik um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent.   Doch nicht trotz, sondern wegen dieser Erhöhung fließt mehr Geld ins Steuersäckerl – die Rheinische Post berichtet unter Berufung auf Angaben aus dem Bundesfinanzministerium von einem schätzungsweisen Plus in Höhe von 720 Millionen Euro. 2018 soll das Plus dann 730 Millionen Euro betragen.  

Der Grund hierfür: Mit den Rentenerhöhungen steigt auch die Zahl der Rentner, die Einkommenssteuer zahlen müssen. 2017 sollen es bereits 4,4 Millionen sein – das ist jeder fünfte Bezieher der gesetzlichen Rente. Das Finanzministerium gab gegenüber der Zeitung an, dass nach letztverfügbaren Daten aus dem Jahr 2011 steuerten Rentner 25 Milliarden an Einkommenssteuer bei – knapp ein Achtel des gesamten Aufkommens.  

Seit 2005 ist das sogenannte Alterseinkünftegesetz in Kraft. Wieviel von der Rente versteuert werden muss, hängt dabei vom Jahr des Rentenbeginns ab. Wer 2005 bzw. früher in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern, ab 2006 sind es 52 Prozent, ab 2010 60 Prozent und ab 2014 68 Prozent. Ab 2040 muss dann jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern müssen.  

Dass die Rentenerhöhung keine großen Freudensprünge bei Deutschlands Senioren ausgelöst hatte, zeigte bereits eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov. Dieser zufolge hatten 48 Prozent der Befragten angegeben, dass die Rentenerhöhung keine finanziellen Auswirkungen auf sie haben werde. 15 Prozent gingen zudem davon aus, durch die Rentenerhöhung am Ende weniger Geld im Portemonnaie zu haben. Als Grund gaben sie an, durch die Erhöhung über den Steuerfreibetrag rutschen zu würden. 

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