Naturkatastrophen verursachen 70 Milliarden Dollar Schaden

Versicherungen von Martin Thaler

Auch wenn die Zahl der Naturkatastrophen zurückging, verursachten diese wesentlich höhere Schäden. Dies zeigt die Bilanz des Rückversicherers Munich Re. Insbesondere Starkregenereignisse nehmen zu.

Naturkatastrophen sorgten alleine im ersten Halbjahr 2016 für 70 Milliarden Dollar Schaden.

Naturkatastrophen sorgten alleine im ersten Halbjahr 2016 für 70 Milliarden Dollar Schaden. Foto: trendobjects - fotolia.com

Schwere Erdbeben in Japan und Ecuador, verheerende Waldbrände in Kanada und Starkregen in Europa, der auch in Deutschland zahlreiche Ortschaften unter Wasser setzte: Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr 2016 Schäden von 70 Milliarden Dollar verursacht – davon waren 27 Milliarden Dollar versichert. Dies geht aus der Schadensbilanz des Rückversicherers Munich Re für das erste Halbjahr 2016 hervor, die der Konzern an diesem Dienstag vorlegte.  

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Naturkatastrophen zwar von 400 auf 350 zurück, diese sorgten dafür aber für deutlich höhere Schäden: 2015 hatten die Schäden noch bei 59 Milliarden Dollar gelegen.   Weitere Ergebnisse der Bilanz waren:  

  •  Die Gesamtschäden lagen über dem inflationsbereinigten Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre (63 Mrd. US$), aber unter dem der vergangenen 10 Jahre (92 Mrd. US$).

  • Die versicherten Schäden entsprachen dem inflationsbereinigten Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre und lagen über dem der vergangenen 30 Jahre (15 Mrd. US$).

  • Es kamen 3.800 Menschen ums Leben, deutlich weniger als im Vorjahr (21.000) und im Schnitt der vergangenen 10 und 30 Jahre (47.000/28.000).

  • Die höchsten Schäden verursachten zwei Erdbeben auf der japanischen Insel Kyushu im April (25 Mrd. US$, davon versichert rund 6 Mrd. US$).

  • Auffallend waren Unwetterserien in den USA und Europa, heftige Waldbrände in Kanada und das komplette Ausbleiben von Taifunen im nordwestlichen Pazifik.  

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek sagte: „Die Ereignisse zeigen, wie wichtig Schadenprävention ist. Das betrifft den Schutz vor lokalen Sturzfluten ebenso wie erdbebensicheres Bauen in Risikogebieten. Eine gute Nachricht ist, dass durch bessere Baustandards und kluges Vorgehen der Katastrophenhelfer und Behörden Menschen heute schon besser geschützt werden als früher.“  

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