Tester unter verschärfter Kontrolle

Panorama von Christian Hilmes

50 Jahre nach ihrer Gründung steht die Stiftung Warentest jetzt selbst unter kritischer Beobachtung. Gemeinsam mit den Verbrauchermedien Ökotest und Computermagazin c’t haben die Berliner Tester eine Selbstverpflichtung anerkannt.

Mit seiner neuen Initiative „Wer testet die Tester?“ will Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas (Foto unten rechts) nach eigenen Angaben verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Denn: „Viele Verbraucher orientieren sich bei ihren Kaufentscheidungen an Produkttests. Sie sind damit ein wichtiges Instrument des Verbraucherschutzes“, erklärt der zuständige SPD-Minister Maas. Wichtig sei es nun aber, die Transparenz zu erhöhen. „Die Verbraucher sollten wissen, woran sie sind.“

Die neuen Standards für Produkttests stehen allen Organisationen offen, die sich zur Einhaltung der Regeln verbindlich verpflichten wollen. Neben den drei Erstunterzeichnern hat jetzt auch der ADAC die freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben.

Das wertet Maas als gutes Zeichen: „Der ADAC scheint verstanden zu haben, dass er vom Vertrauen seiner Mitglieder lebt.“ Die Selbstverpflichtung könne helfen, dieses zurück zu gewinnen.



Vor einem Jahr hatten Berichte über manipulierte Ergebnisse bei der Leserwahl zum ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ für einen Skandal gesorgt. Erst an diesem Wochenende gab sich Europas größter Automobilclub eine neue Struktur, mit dem er das Negativ-Image abschütteln will, das auch auf Kooperationspartner aus der Versicherungsbranche zurückfiel. Als Teil der nun akzeptierten „Regeln der guten fachlichen Praxis des Testens“ müssen alle möglicherweise bestehenden Interessenkonflikte offengelegt werden.

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