Gold glänzt wieder

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Derzeit gibt es viele Gründe, die für eine Investment in das Edelmetall sprechen. Neben dem physischen Erwerb bieten sich Fonds als Anlagelösung an.

Goldmine in Australien

Goldmine in Australien Fotolia / Jason Bennee

Seit Anfang des Jahres ist der Preis für eine Feinunze Gold um 20 Prozent auf 1.348 US-Dollar gestiegen. In Euro liegt der Zugewinn sogar bei 24 Prozent. Gleichzeitig legten die Aktienmärkte den schlechtesten Start seit Jahrzehnten hin. Gold glänzt wieder!

Ein Hauch von Endzeitstimmung

Nach Meinung von Michael Reuss, Geschäftsführender Gesellschaft bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung haben mehrere Faktoren den Preis in die Höhe getrieben: die zahlreichen weltpolitischen Krisen, der kollabierende Rohölpreis, die zwischenzeitlichen Beben an den Börsen, die düstere Prophezeiungen der Ökonomen sowie Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel nicht weiter anziehen würde. Und dann kündige die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang März auch noch an, ihre monatlichen Anleihekäufe von 60 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro hochzufahren – dies bei einem Leitzins von 0,0 Prozent. „Manch einer glaubt, dass sich die EZB bereits in einer Art Endspiel um das Finanzsystem befindet“, schreibt Reuss in einem Artikel für die Presse.

Der Vermögensverwalter erwartet nicht, dass die Fed „etwas unternimmt, das einer echten Zinswende nahekommt.“ Dann bleiben die Zinsen im Keller. Das begünstigt ein Investment in Gold, denn dann sind die Opportunitätskosten in Form entgangener Zinserträge nahezu null. Weitere Stützen seien eine Abkühlung der Weltkonjunktur, die Verschärfung der Situation in China, der weiterhin niedrige Ölpreis, der Austritt Großbritanniens aus der EU und weitere terroristische Anschläge. Zudem würden die Zentralbanken ihre expansive Geldpolitik nicht aufgeben.

Gold nur als Beimischung

Also rein in Gold? Gemach, meint Reuss. Privatanleger sollten ihr Portfolio nur durch eine Beimischung von physisch hinterlegten Goldinvestments gegen starke Wertschwankungen schützen. „Es geht weniger darum, mit Gold hohe Renditen zu erzielen, sondern darum, das Edelmetall als Anlageklasse zu nutzen, die sich konträr zu Aktien entwickelt. Das sorgt für Stabilität“, betont Reuss. Allein aus diesem Grund sei ein Investment in das Edelmetall immer sinnvoll.

Wer nicht direkt in Gold investieren möchte, kann den Weg über Investmentfonds gehen – und dabei ansehnliche Renditen erzielen. Andreas Böger, Fondsmanager des C-QUADRAT Gold & Resources Funds (ISIN: AT0000A07HF4, sieht nach dem jüngsten Anstieg des Goldpreises gute Chancen auf eine nachhaltige Trendwende bei dem Edelmetall. Der von ihm gemanagte C-QUADRAT Gold & Resources Fund hat seit 1. Januar 2016 mit 110 Prozent eine deutliche Outperformance gegenüber der Entwicklung des Goldpreises erzielt. Der Asset Manager sieht die guten Rahmenbedingungen für Gold und Goldminenaktien weiter intakt: „Die unverändert niedrigen Zinsen, die negativen Renditen vieler Staatsanleihen und die zunehmenden Risiken bei europäischen Banken dürften den Goldpreis weiter stützen“, erläutert Fondsmanager Andreas Böger.

Weitere Unterstützung dürfte der Goldpreis seiner Einschätzung nach dadurch erhalten, dass Anleger und Investoren derzeit nicht mit einer Zinsnormalisierung rechnen und eher weitere Zentralbankinterventionen erwarten. „Bisher wurde bei der Goldanlage stets moniert, dass Gold keine Zinsen zahle. Eine nominale ‚Verzinsung‘ von null Prozent ist für eine sichere und liquide Anlage im aktuellen Umfeld aber sehr attraktiv“, sagt Böger.

Goldminenaktien als Stabilitätsanker

Auch die Rahmenbedingungen von Goldminenaktien seien positiv. Goldminenaktien haben im laufenden Jahr die typische negative Korrelation zu anderen Kapitalanlagen bestätigt und konnten Aktien- und Mischportfolios ausgezeichnet stabilisieren, berichtet der Fondsmanager. Auf die Margen von Goldminenunternehmen werde ein steigender Goldpreis zudem besonders durchschlagen. Die aktuellen Produktionskosten lägen in der Branche unter 1.000 US-Dollar pro Feinunze Gold. Durch die Abschwächung der Nachfrage nach Industrierohstoffen, insbesondere aus China, werde der Preisdruck der vergangenen Jahre im Minensektor generell nachlassen. „Goldminenunternehmen profitieren überproportional von einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld, diese Eigenschaft ist den Wenigsten bewusst“, so Böger.

Weitere interessante Goldfonds sind: Der Stabilitas Pacific Gold + Metals (ISIN: LU0290140358), dessen Preis laut finanzen.net seit Anfang 2016 um 135 Prozent gestiegen ist, sowie der DJE - Gold & Ressourcen (ISIN: LU0159550077) mit plus 65 Prozent seit Jahresbeginn.

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