Für GKV-Versicherte wird es teuer

Versicherungen von Martin Thaler

Gesetzliche Versicherte werden in naher Zukunft weiterhin stärker belastet. Die Zusatzbeiträge werden deutlich steigen, sagt Dr. Doris Pfeifer vom GKV-Spitzenverband.

Geht von einer Erhöhung der Zusatzbeiträge auf 1,8 Prozent bis 2019 aus: Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands.

Geht von einer Erhöhung der Zusatzbeiträge auf 1,8 Prozent bis 2019 aus: Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Foto: GKV-Spitzenverband

Auf gesetzlich Versicherte kommen in nächster Zeit deutlich höhere Belastungen zu. So sagte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für das kommende Jahr einen Anstieg der Zusatzbeiträge von 0,3 Prozentpunkten auf 1,4 Prozent des Bruttoeinkommens voraus.  

Und damit sind die Kostensteigerungen noch nicht zu Ende: Bis 2019 sollen die Zusatzbeiträge im Durchschnitt auf 1,8 Prozent steigen, prognostizierte Doris Pfeifer, Chefin des Spitzenverbandes. Dies seien bei einem Monatsgehalt von 3000 Euro 252 Euro, die zusätzlich auf die Versicherten zukommen, rechnet der Berliner Tagesspiegel vor.    

Dabei hatten die gesetzlichen Krankenkassen Ende Juni erst einen Überschuss von 406 Millionen Euro im ersten Quartal bekanntgegeben – nach einem Verlust von 169 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Aber auch diese guten Zahlen liegen wohl auch in einer Erhöhung der Zusatzbeiträge begründet – zwei Drittel der Kassen hatten zum Jahreswechsel ihre Beiträge erhöht.  

In Zukunft werden die Krankenkassen weiter mit steigenden Ausgaben für Medikamente, Ärzte und Kliniken konfrontiert werden, erklärte Pfeifer. Hinzu kommen teure Systemreformen, berichtet der Focus mit Verweis auf die Gesundheitsminister Hermann Gröhe geplante milliardenschwere Gesundheitsreform, die unter anderem eine Klinikreform und den Ausbau der Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen beinhalten soll.  

Hinzu käme die Tatsache, so GKV-Chefin Pfeifer, dass die Kassen für Hartz-IV-Empfänger zu wenig Geld bekämen – so würden im Schnitt 136 Euro statt wie bisher 90 Euro monatlich nötig. Durch anerkannte Flüchtlinge würde sich dieses Problem noch verstärken, wenn diese zunächst arbeitslos seien. Die Finanzierungslücke für 2016 bezifferte Pfeifer auf 2,3 Milliarden Euro.  

Seit 2015 dürfen gesetzliche Krankenversicherungen individuelle Zusatzbeiträge von den Versicherten erheben – die Beiträge der Arbeitgeber bleiben indes festgeschrieben. Dabei kommt es unter den einzelnen Kassen zu erheblichen Spreizungen – die Zusatzbeiträge liegen zwischen 0 und 1,9 Prozent, wie die FAZ zu Jahresbeginn berichtete.

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