Diese Unternehmensanleihen kauft die EZB

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Am 10. März hatte die EZB beschlossen, ihr Anleihenkaufprogramm um Unternehmensanleihen zu erweitern. Nun legte sie eine erste Liste vor - unter den Unternehmen befinden sich auch deutsche Versicherer.

Die EZB unter Mario Draghi gab nun bekannt, welche Unternehmensanleihen sie gekauft hat.

Die EZB unter Mario Draghi gab nun bekannt, welche Unternehmensanleihen sie gekauft hat. Foto: Screenshot EZB-Live-Konferenz

Die Deutsche Bundesbank hat im Zuge des neuen EZB-Programms zum Kauf von Unternehmensanleihen  eine breite Palette von Papieren deutscher Konzerne erworben.  Die Liste mit den entsprechenden Wertpapierkennziffern und Namen der Unternehmen findet sich auf einer Internet-Seite der Währungshüter.

Dort stehen die Versicherer Allianz und Talanx sowie etliche DAX-Konzern wie Siemens, Vonovia, Metro, Daimler, Linde, RWE und Volkswagen. Aus dem MDax wurden zum Beispiel Titel von Metro, Lanxess und K+S erworben, aber auch Anleihen von nicht börsennotierten Unternehmen wie Würth und Robert Bosch.  

Quantitative Lockerung wird gelockert  

Der EZB-Rat hatte am 10. März beschlossen, das bestehende Anleihekaufprogramm um Ankäufe von Unternehmensanleihen (Corporate Sector Purchase Programme, CSPP) zu erweitern. Zuvor hatte sie primär Staatsanleihen, aber auch gedeckte Schuldverschreibungen (Covered Bonds) und forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) gekauft. Der massive Ankauf von Staatsanleihen hat mit dazu beigetragen, dass inzwischen ein Großteil der Papiere negative Renditen aufweist.

Mit dem jetzt ergänzend stattfindenden Ankauf von Unternehmensanleihen sollen Engpässe bei der unkonventionellen Ausweitung der Geldbasis mittels elektronischer Geldschöpfung (Quantitative Lockerung) vermieden werden.  Zudem soll das CSPP die Finanzierungsbedingungen in der Realwirtschaft weitere verbessern.  

Papiere im Wert von mehr als 1 Billion Euro gekauft  

Das CSPP wird von sechs nationalen Zentralbanken im Auftrag des Eurosystems durchgeführt und von der EZB koordiniert. Neben der Bundesbank treten die Zentralbanken folgender Länder als Käufer auf: Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Finnland. In der Zeit vom 8. Juni 2016 bis zum 13. Juli 2016 kauften diese Zentralbanken  insgesamt  für 10,4 Milliarden Euro Unternehmensanleihen, teilte die EZB auf Anfrage mit. Ihren Angaben zufolge beläuft sich der gesamte Bestand an Wertpapieren, die im Zuge der Quantitativen Lockerung von März 2015 bis Juni 2016 gekauft wurden, auf rund 1.088 Milliarden Euro.

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