Deutsche schütteln Aktienangst ab

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Die Niedrigzinsen scheinen bei den Verbrauchern angekommen zu sein: Einer neuen Bundesbank-Studie zufolge gehen diese bei der Geldanlage mittlerweile mehr Risiken ein.

Aktien statt Bankeinlagen: Die Deutschen scheinen nach Angaben der Bundesbank bei der Geldanlage mutiger zu werden.

Aktien statt Bankeinlagen: Die Deutschen scheinen nach Angaben der Bundesbank bei der Geldanlage mutiger zu werden. Foto: Bundesbank

Die privaten Haushalte in Deutschland legen ihr Geld nicht mehr ganz so ängstlich an. Wie einer Pressemitteilung der Bundesbank zur Geldvermögensbildung zu entnehmen ist, haben sie zwar immer noch eine „eine gewisse Risikoaversion“, diese scheint „zuletzt aber weniger stark ausgeprägt zu sein“ als in früheren Quartalen.  

Deutlich werde dies durch das vergleichsweise hohe Engagement auf den Kapitalmärkten. So seien im ersten Quartal 2016 abermals Aktien und sonstige Anteilsrechte in nennenswertem Umfang von per Saldo gut 10 Milliarden Euro gekauft worden. Laut Bundesbank fielen die Zuflüsse damit höher aus als im langfristigen Durchschnitt und überstiegen zugleich die Zuflüsse in Bankeinlagen in Höhe von 8 Milliarden Euro.  

Weiter berichtet die Bundesbank, dass davon erneut vor allem inländische börsennotierte Aktiengesellschaften profitiert haben. Eine solche Präferenz der Anleger für inländische Titel („home bias“) sei im internationalen Vergleich häufig zu beobachten und deute im Allgemeinen auf eine gewisse Risikoscheu hin, da Investoren mit Blick auf Anlagen im Inland typischerweise besser informiert sind und daher eben solche Anlageformen als potenziell sicherer wahrnehmen. Ausländischen Kapitalgesellschaften sei nur ein kleiner Teil der Mittel zugeflossen.  

42 Milliarden Euro Bewertungsverluste  

Mit netto gut 5 Milliarden Euro verzeichneten Anteile an Investmentfonds ebenfalls deutliche Zuflüsse, wobei hier vor allem in Renten- und Immobilienfonds investiert wurde, heißt es weiter.  Den Angaben zufolge haben die privaten Haushalte in den diversen Sicht-, Spar- und Anlageformen insgesamt 59 Milliarden Euro neu angelegt.

Diesen neu transferierten Beträgen standen allerdings Bewertungsverluste im Umfang von 42 Milliarden Euro beim gehaltenen Geldvermögen gegenüber, insbesondere bei Aktien und Anteilen an Investmentfonds. Unter dem Strich stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte im ersten Quartal 2016 um 17 Milliarden oder 0,3 Prozent auf 5.339 Milliarden Euro, berichtet die Bundesbank.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare