Der Fall Unister: Kredite, Insolvenzen und ein Versicherer

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Der Tod von Unister-Gründer Thomas Wagner wirft immer mehr Fragen auf. Und auch die Zukunft des Leipziger Unternehmens steht in den Sternen. Nun meldete auch die Reise-Tochter Insolvenz an.

Viele Fragen bleiben offen über den Tod von Unister-Gründer Thomas Wagner und die Zukunft seines Unternehmens.

Viele Fragen bleiben offen über den Tod von Unister-Gründer Thomas Wagner und die Zukunft seines Unternehmens. Foto: Unister

Der Unfall von Unister-Chef Thomas Wagner wirft immer mehr Rätsel auf. So bleibt weiter die Frage offen, was Wagner in Venedig wollte. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass Wagner Italien einen Kredit hatte aufnehmen wollen. Zudem machten Gerüchte über einen Geldkoffer die Runde, der am Absturzort gefunden worden sein soll.  

Bei der Kreditsuche scheint Wagner jedoch Betrügern aufgesessen zu sein. Wie die slowenische Polizei mitteilte, weisen gefundene Dokumente an Bord daraufhin, dass Wagner in Venedig keinen Kredit erhalten hatte, sondern betrogen wurde. Das „Manager Magazin“ schreibt in diesem Zusammenhang von Falschgeld, dass Wagner mutmaßlich untergejubelt wurde. Beweise hierfür lägen allerdings nicht vor.  

Unister Mitgesellschafter Daniel Kirchhof hatte angesichts der Reiseumstände kriminelle Handlungen vermutet und gegenüber Unbekannt Anzeige gestellt. Gegenüber der dpa hatte er gesagt, dass sein Verdacht bis zu Geldwäsche reiche.

Anzeige hat laut Angaben des „Focus“ auch Wagnerselbst gestellt - und zwar unmittelbar vor seinem Abflug zurück nach Deutschland. Gegen wen bleibt indes offen, die italienische Staatsanwaltschaft machte hierzu keinerlei Aussagen.  

Doch weswegen brauchte Wagner den Kredit? Schon länger galt das Unternehmen als finanziell angeschlagen. In den Medien wird derweil munter spekuliert. Das Handelsblatt berichtete von einem angeblichen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro, den der Hamburger Versicherungskonzern Hanse Merkur den Leipzigern gewährt haben soll und der seit Oktober überfällig gewesen sei. Der Versicherer lehnt derweil Auskünfte zu Geschäftsinterna ab.  

Derweil haben in Deutschland bislang vier Unister-Töchter Insolvenz angemeldet. Nachdem Unister an diesem Montag Insolvenz beantragt hatte, folgten am Dienstag die Unister GmbH sowie die Urlaubstours GmbH, am Mittwoch dann schließlich die Tochtergesellschaft U-Deals, die zwölf internationale und nationale Reisevermittlungsportale betreibe, berichtet die Deutsche Presse Agentur. Am Donnerstag dann Nummer 4: Flöther teilte mit, dass die Unister Travel Betriebsgesellschaft ebenfalls Insolvenz beantragt habe. Die Unister Travel Betriebsgesellschaft gilt als Muttergesellschaft der Reisesparte des Unternehmens, das auch das bedeutende Unister-Portale ab-in-den-Urlaub.de betreibt.  Allein mit den ersten drei Insolvenzen waren rund 200 Mitarbeiter bislang betroffen – insgesamt beschäftigt Unister eigenen Angaben zufolge rund 1100.

Weitere Insolvenzen der zahlreichen Tochterfirmen wollte Insolvenzverwalter Lucas Flöther nicht ausschließen.   Die Zukunft des Unternehmens bleibt somit vollkommen im Unklaren. Insolvenzverwalter Flöther zeigt sich dabei zuversichtlich, dass die Holding als Ganzes veräußert werden kann – so sei bislang eine hohe zweistellige Zahl potenzieller Investoren an ihn herangetreten, berichtet die Wirtschaftswoche. 

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