CDA-Vorsitzender: Zwangsrente und mehr Geld für Berufsunfähige

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Das Thema Rente treibt Berlin auch trotz politischer Sommerpause um. Insbesondere das Thema Versicherungspflicht für Selbstständige wird derweil diskutiert. Nun meldet sich Karl-Josef Laumann zu Wort.

Fordert mehr Geld für Berufsunfähige: CDA-Vorsitzender Karl-Josef Laumann.

Fordert mehr Geld für Berufsunfähige: CDA-Vorsitzender Karl-Josef Laumann. Bild: Laumann

Das Thema Rente bleibt derzeit – trotz politischer Sommerpause – offenbar en vogue. Nachdem Sozialministerin Andrea Nahles vergangene Woche Druck machte bei der Angleichung von Ost- und Westrenten, preschte nun an diesem Wochenende Karl-Josef Laumann, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), nach vorne.  

Sein Anliegen: Ein Versicherungszwang für Selbstständige und eine deutlich verbesserte Erwerbsminderungsrente.   Insbesondere die unter 50-Jährigen machen Laumann Sorgen.  „Bei der nächsten Rentenreform müssen wir mehr über diejenigen nachdenken, die in 15 bis 20 Jahren in Rente gehen und nicht über die heutigen Rentnerjahrgänge, denn die sind meist gut versorgt“, sagte er gegenüber der Rheinischen Post.  

Eine Versicherungspflicht für Selbstständige hatten Rentenexperten der CDU/CSU-Fraktion bereits vor knapp zwei Wochen gefordert – und brachten zwei Varianten ins Gespräch. Eine davon sah vor, dass auch Selbstständige in die gesetzliche Rente einzahlen und diese entlasten könnten (Stichwort: demographische Entwicklung). Hierauf gab es von Seiten des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) Kritik.

„Wir sprechen uns gegen die Verpflichtung aus, dass Selbstständige zwangsläufig in die staatlichen Rentenkassen einzahlen müssen“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. Grundlegend würden die Unionspläne zwar begrüßt, „jedoch mit der wichtigen Einschränkung, dass für Selbstständige eine freie und flexible Vorsorgegestaltung unerlässlich ist“, so Heinz. 

Alternativ sprachen sich die Unions-Politiker für eine „armutsfeste Altersvorsorge“ aus, wobei hier die Versicherungsnehmer über die Art und Weise der Absicherung selbst entscheiden könnten.  

Neben der Versicherungspflicht für Selbstständige sprach sich Laumann auch für eine deutlich verbesserte Erwerbsminderungsrente aus. "Das Erwerbsminderungsrisiko muss dringend besser gesetzlich abgesichert werden. Wer wirklich nicht mehr arbeiten kann, erhält genau die Abschläge wie Vorruheständler. Das geht nicht", sagte Laumann der Rheinischen Post.

Diejenigen, die erwerbsgemindert in Rente gehen, denen müssten die Abschläge erspart bleiben, so Laumann. Die Kosten bezifferte er hierfür auf 1,9 Milliarden Euro im Jahr.