Bei Hochwasserschäden droht Kostenexplosion

Berater von Martin Thaler

Hochwasserschäden wie in diesem Juni könnten in Zukunft die traurige Regel werden. Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung hat analysiert, dass sich die Schäden vervielfachen könnten.

Hochwasserschäden können sich in Zukunft vervielfachen, sagt das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung.

Hochwasserschäden können sich in Zukunft vervielfachen, sagt das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Foto: fotonazario - fotolia.com

Die durch Starkregen in diesem Jahr verursachten Unwetter sorgten für massive Schäden. GDV-Präsident Alexander Erdland erklärte dann auch: „Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht.“  

Doch die durch Hochwasser verursachten Schäden könnten in Zukunft noch wesentlich höher ausfallen, wie eine neue Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeigt.   Die Forscher bauten bei ihrer Analyse auf eine frühere Studie auf, die im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer entstanden war. „Unsere jetzt noch viel aufwendigere Analyse illustriert nicht nur erneut, dass wir künftig wohl mit einer Zunahme der Schäden durch Hochwasser rechnen müssen - die Schadenskosten könnten sogar noch deutlich höher liegen als ursprünglich gedacht“, erklärte Leitautor Fred Hattermann.  So wird von einer „Vervielfachung“ der jährlichen Schadenskosten von derzeit etwa 500 Millionen Euro gesprochen.

„Wir haben für die fünf größten Flüsse Deutschlands in 35 verschiedenen Projektionen untersucht, wie sich der Klimawandel bis zum Ende des Jahrhunderts auswirken könnte, und dabei insgesamt 5473 Flussabschnitte von Rhein, Donau, Elbe, Weser und Ems berücksichtig“, erklärte Hattermann die Vorgehensweise. Diese Veränderungen wurden dann sozusagen „übersetzt“ in Flutrisiko und Schadenspotenzial.  

„Bemerkenswert ist, dass trotz der großen Unsicherheit, die mit jeder Szenarienanalyse verbunden ist, alle neueren Szenarien einen Anstieg der Schäden projizieren. Um so wichtiger ist es, sich konsequent an das sich ändernde Klima anzupassen. Und gerade bei Hochwasser gibt es dazu viele Möglichkeiten“, so der Ko-Autor Olaf Burghoff, Leiter Sachstatistik und Naturgefahrenmodellierung beim GDV.  

Gerade Hausbesitzern wird dabei von Versicherern als auch Verbraucherschützern stets zum Abschluss einer Elementarschadensversicherung geraten – eine solche besitzen nach GDV-Angaben bundesweit allerdings erst rund 40 Prozent der Immobilienbesitzer. In Bayern, das von den Starkregen-Ereignissen in diesem Juli besonders betroffen war, liegt die Quote noch einmal wesentlich niedriger.

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