BdV klagt gegen Axa-Hausratversicherung

Versicherungen von Martin Thaler

Der Verbraucherschutzverein hat eine Unterlassungsklage beim Landgericht Köln eingereicht. Der BdV stört sich vor allem an der Klausel zur "Stehlgutliste" - diese sei für den Kunden intransparent.

Klagt gegen die Hausratversicherung der Axa: Axel Kleinlein und der BdV.

Klagt gegen die Hausratversicherung der Axa: Axel Kleinlein und der BdV. Foto: procontra

Der Bund der Versicherten (BdV) hat eine Unterlassungsklage beim Landgericht Köln gegen die AXA Versicherung eingereicht. Die Klage richtet sich gegen die Hausratversicherung des Unternehmens, ganz speziell um die hier verwendete Klausel zur „Stehlgutliste“.  

Nach Angaben des BdV würden die Axa, aber auch andere Anbieter, Verbrauchern des Öfteren vorwerfen, die Liste nicht detailliert genug ausgefüllt bzw. nicht unverzüglich vorgelegt zu haben. Diese Vorwürfe würden schließlich zu Leistungskürzungen führen. Aus Sicht des BdV ist die Klausel darum ein Verstoß gegen das Transparenzgebot und aufgrund mangelnder Klarheit und Verständlichkeit unwirksam.    „Ziel der Klage ist, dass die Klausel in Neuverträgen nicht mehr verwendet wird und auch bei bestehenden Verträgen keine Anwendung mehr findet“, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.  

Die Stehlgutliste gehört zu den Obliegenheiten, die Verbraucher zu beachten haben, wenn es zum Versicherungsfall kommt. So habe der Versicherungsnehmer unverzüglich ein Verzeichnis aller abhandengekommenen Sachen einzureichen. „Es ist unklar, welche Anforderungen an diese Stehlgutliste gestellt werden, insbesondere wie detailliert diese Liste sein muss“, erläutert Kleinlein.

Auch das Merkmal „unverzüglich“ ist unklar, also innerhalb welchen Zeitraums welche Angaben erforderlich sind, ergänzt Kleinlein. Ebenfalls ist der Klausel nicht zu entnehmen, ob der Versicherungsnehmer gar unterschiedliche Stehlgutlisten für Polizei und Versicherer erstellen muss.   All diese offenen Fragen bzw. Unstimmigkeiten haben den BdV nun dazu veranlasst, die Sache vor Gericht klären zu lassen.    

Bei der Axa kann man indes die Kritik des BdV nicht nachvollziehen. Auf procontra-Nachfrage erklärte der Versicherer, dass seine aktuellen Hausratversicherungsbedingungen im Wesentlichen auf den Musterbedingungen VHB 2010 Quadratmetermodell des GDV (Stand 1. Januar 2013) basierten – „wie vermutlich bei vielen anderen Marktteilnehmern auch“.

Die Axa war in diesem Jahr schon einmal in den Fokus des BdV gerückt - als "Gewinner" des Negativpreises "Versicherungskäse des Jahres". Auch hier war dem Versicherer mit Verweis auf sein Produkt "Relax Rente" Intransparenz vorgeworfen worden.