Wie die deutschen Mittelständler versichert sind

Gewerbeversicherung Versicherungen von Sebastian Wilhelm

Eine hohe Marktabdeckung erreicht bei den KMU lediglich die Betriebshaftpflichtpolice mit 87 Prozent. Schon bei der Gebäudeversicherung (64 Prozent) ist noch viel Luft nach oben, andere Policen sind noch seltener vertreten.

Quelle: fotolia.com/Heiko Küverling

Dass kein Unternehmer ohne Betriebshaftpflichtversicherung wirtschaften sollte, ist weithin bekannt. Genau wie bei Privatpersonen kann ein verursachter Schaden potenziell den Ruin bedeuten. Dementsprechend ist die mit 87 Prozent durchaus hohe Marktabdeckung, auf welche die Betriebshaftpflichtpolice bei deutschen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kommt, nicht erstaunlich. Eher schon kann man fragen, ob die verbleibenden 13 Prozent tatsächlich allesamt über ein derart üppiges Finanzpolster verfügen, dass eine Versicherungslösung gegen das Regressrisiko als unnötig gelten kann. Klar ist jedenfalls: Dieser Markt ist weitgehend gesättigt.

Anders sieht es bei den weiteren Versicherungen aus, die mittelständische Unternehmen sinnvollerweise abschließen sollten. Wie aus der jüngsten KMU-Studie der Gothaer Versicherung hervorgeht, haben nicht mal zwei Drittel der deutschen Mittelständler eine Gebäudeversicherung abgeschlossen (siehe Grafik 1). Damit stehen Millionen von Unternehmern den Risiken durch Naturgewalten, Wasserschäden oder Einbruchdiebstahl schutzlos gegenüber. Noch trüber sieht es bei der Absicherung von Elektronik und Geschäftsinhalten aus: Nur 37 bzw. 32 Prozent der KMU haben entsprechende Policen im Versicherungsordner. Eine vergleichbare Marktabdeckung weist die Betriebsunterbrechungs-Versicherung auf, die 28 Prozent der Mittelständler abgeschlossen haben. In den Anfängen steht noch immer die Cyberversicherung mit mageren 7 Prozent Marktabdeckung.

 

Auch bei einer Betrachtung der Ausgaben zeigt sich, dass der Versicherungsschutz in vielen KMU noch suboptimal ist. So gibt ein knappes Drittel der im Rahmen der KMU-Studie befragten Unternehmen pro Monat weniger als 500 Euro für Versicherungen aus (siehe Grafik 2). 59 Prozent der KMU mit bis zu 10 Mitarbeitern bleiben unter dieser Grenze. Und sogar von den Betrieben mit 201 bis 500 Mitarbeitern zahlen 11 Prozent nicht mehr; 28 Prozent von ihnen investieren weniger als 2.000 Euro monatlich in Versicherungsschutz.

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass bei Weitem nicht alle KMU in Deutschland angemessen versichert sind. Hier liegt für Gewerbemakler noch ein weites Feld brach. Und es beginnt direkt vor der Haustür, denn Kleinunternehmen hat jeder in seiner Nachbarschaft.

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