Weitere 15 Milliarden Euro Vorsorge für Altgarantien

Versicherungen von Stefan Terliesner

Finanzierungsengpässe befürchtet

Assekurata scheibt: „Bei einem anhaltenden kontinuierlichen Absacken des Bezugszinses wären die Unternehmen im Jahr 2021 gezwungen, auch für die Verträge der kommenden Höchstrechnungszinsgeneration von 0,9 Prozent bilanziell vorzusorgen, und 2025 wäre die Zinszusatzreserve marktweit auf rund 225 Milliarden Euro angewachsen. Die Reservierungsanforderungen in dieser Höhe würden die Branche massiv belasten und auf breiter Linie zu Finanzierungsengpässen führen.“ Um die Geschwindigkeit des Reserveaufbaus zu mildern, könne ein „realistischerer Referenzzinssatz“ kreiert werden; womit Assekurata offensichtlich einen weniger rasch sinkenden Referenzzins meint. Der gleiche Effekt würde erzielt, wenn statt eines zehnjährigen Durchschnitts ein längerer Zeitraum als Berechnungsbasis diente.

Die Absenkung des Höchstrechnungszinses (umgangssprachlich: „Garantiezins“) zum 1. Januar 2017 auf 0,9 Prozent sei erforderlich. Gleichzeitig begrüßt Assekurata den Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), die starren Grenzen der Bilanzierung auf Basis von Höchstrechnungszinsen aufzugeben. Demnach könnten klassische Lebensversicherungen weiter mit einem Höchstrechnungszins bewertet werden, dies allerdings beispielhaft in zwei Stufen: Auf Basis des bei Vertragsabschluss herrschenden Zinsumfeldes könne in der ersten Stufe ein Rechnungszins für die ersten 15 Vertragsjahre festgelegt werden. Für die zweite Stufe würde dann ein vorsichtigerer Wert fixiert, der die langfristige volkswirtschaftliche Entwicklung Europas zugrunde legt, ebenfalls unter Berücksichtigung eines Sicherheitsabschlags.

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