Oh Britain, Where Art Thou?

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Brexit-Referendum: Eine Befragung direkt nach der Wahl zeigte eine Tendenz zum Verbleib Britanniens in der EU. Das änderte sich im Laufe der Nacht. Erste Stimmen.

Elmar Brok

Elmar Brok: „Wir haben versäumt, jenes Europa zu aufzubauen, dass die Bevölkerung erwartet.“ Bild: elmarbrok.de

Noch ist es nicht ganz offiziell; die große Mehrheit der Wahlbezirke in Großbritannien ist ausgezählt. Doch die Kurse sind bereits im Sinkflug. Das britische Pfund fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Auch die Börse in Tokio sackte um 7 Prozent ein.

Nun scheinen sich die Befürchtungen – insbesondere an den Finanzmärkten – zu bewahrheiten.
„Das Referendum hat in Europa die Büchse der Pandora geöffnet. Von Balkanisierung bis zu mehr Integration ist jetzt alles denkbar.“ Zu dieser Einschätzung kommen die Investmentstrategen von Axa Investment Managers.
„Wir halten die Auswirkungen auf Politik und die Ausrichtung der EU im Falle eines Brexits für wesentlich spannender und weitreichender als die auf das BIP-Wachstum im Euroraum“, so die Investmentstrategen. Dieses werde sich nach ihrer Einschätzung über mehrere Jahre verteilt um etwa 0,5 Prozent verlangsamen. „Die EU ist in unseren Augen zurzeit institutionell schwach – unfähig, die Konjunktur wieder zu beleben, die Globalisierung zu beeinflussen oder die Migrationsprobleme zu lösen. Beide möglichen Ergebnisse des Referendums bringen daher für die EU sowohl Chancen als auch Risiken mit sich, wie etwa das Risiko von Redenominierung oder einer Verkleinerung des Euroraums“, erklärt Chefstratege Franz Wenzel.

Elmar Brok, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU- Parlament, gestand im ZDF-Morgenmagazin auch Fehler ein: „Wir haben versäumt, jenes Europa zu aufzubauen, dass die Bevölkerung erwartet.“
Er verwies darauf, dass der EU-Binnenmarkt stärker als der der USA sei. Brok brachte es auf die folgende Formel: Europa wird ohne GB geschwächt – aber für GB ist es eine Katastrophe.

Die Befürworter des Austritts sprechen von einem Unabhängigkeitstag für ihr Land. Stellvertretend dafür der Tweet von Nigel Farage, Vorsitzemder der United Kingdom Independence Party (UKIP):