MMS-Pleite: Was Anleger jetzt tun sollten

Sachwerte Top News Meistgeklickt von Boris-Jonas Glameyer, Kanzlei Michaelis

Die Insolvenz der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) erschüttert den Grauen Kapitalmarkt. Was Anleger jetzt tun sollten, erklärt Rechtsanwalt Boris-Jonas Glameyer von der Kanzlei Michaelis im Gastbeitrag.

Container-Schiff

Investments in Container sind nicht risikofrei. Was Anleger nach der MMS-Pleite beachten sollten. Fotolia / jcpjr

Rund 9000 Anleger, die etwa 350 Millionen Euro in rund 160.000 Seecontainer der MMS investiert haben, fürchten um ihr Geld.

Die betroffenen Anleger haben Container von der MMS gekauft und diese gekauften Container direkt wieder an MMS vermietet. Als Abrundung des Investments hat die MMS dann noch die Verwaltung der vermieteten Container übernommen. Garantierte Tagesmieten und Rückkaufsangebot für die Container nach Vertragsende waren inklusive.

Auf den ersten Blick erscheint diese Direktinvestition in Container sehr einfach, überschaubar und risikolos. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das Geschäftsmodell der MMS als extrem riskant und intransparent.
Hinzu kommt, dass die Probleme auf dem Containermarkt nicht neu sind.

Schwere See: Schiffsfonds in der Krise

Seit Jahren befindet sich die Containerschifffahrt in einer schweren Krise und etliche Schiffsfonds mussten bereits Insolvenz anmelden. Dass unter diesen Bedingungen auch das Geschäft mit dem Kauf, Verkauf und der Vermietung von See-Containern zunehmend unter Druck geraten würde, war abzusehen.

Am 01.06.2016 hat das Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67c IN 237/16 über das Vermögen der MMS das Insolvenzverfahren eröffnet.
Grund für die Insolvenz der MMS scheinen Zahlungsschwierigkeiten gegenüber chinesischen Containerherstellern zu sein. Einige Containerhersteller haben angeblich gegenüber MMS die Zahlungsziele für von MMS gekaufte Container verkürzt. Betroffen davon sei zunächst ein Investitionsvolumen der MMS in Höhe von 11 Millionen Euro. Zudem gehe es um eine weitere für Juni geplante Produktion von Neucontainern mit einem Volumen von weiteren 12 Millionen Euro.

MMS-Pleite: Offene Frage bleiben

Dies wirft eine Reihe von Fragen auf, die in den nächsten Wochen und Monaten zu klären sein werden. So ist bisher völlig unklar, warum MMS möglicherweise Container in Höhe von 11 Millionen Euro bzw. weiteren 12 Millionen Euro bestellt hat, ohne diese bezahlen zu können.

Weitere Fragen stellen sich im Hinblick auf das Eigentum der Anleger an den von ihnen gekauften Containern. In einer ersten Stellungnahme vom 02.06.2016 hat der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt noch mitgeteilt, dass die Verwaltung der Container der Anleger weiterhin gewährleistet sei und die Eigentumsrechte der Anleger an den Containern durch die Insolvenz nicht berührt seien. Am 10.06.2016 erfolgte eine weitere Meldung, in der es wesentlich zurückhaltender hieß: „Die Verträge zwischen den Anlegern und Magellan werden derzeit vom Team des vorläufigen Insolvenzverwalters untersucht, um u.a. deren genaue rechtliche Qualität zu prüfen. Ergänzend wird eine unabhängige, renommierte Kanzlei beauftragt, ein entsprechendes Rechtsgutachten zu erstellen.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „In welcher Höhe Zahlungen an Anleger und sonstige Gläubiger erfolgen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesichert gesagt werden. Dies hängt auch vom Ergebnis der beschriebenen rechtlichen Prüfungen der Verträge zwischen Investoren und MMS ab.“

Seite 1: MMS-Pleite: Offene Frage bleiben
Seite 2: Anleger konnten Risiko nicht einschätzen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare