Hausbau: 5 neue Rechte für Bauherren

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Für viele Menschen ist der Bau eines Hauses die größte Investition in ihrem Leben. Nun sollen ihre Rechte durch eine Reform des Bauvertragrechtes gestärkt werden. Hierüber beriet nun der Bundestag.

Will das Bauvertragsrecht reformieren: Bundesjustizminister Heiko Maas.

Will das Bauvertragsrecht reformieren: Bundesjustizminister Heiko Maas. Foto: BMJ

Für viele Menschen ist es die größte Investition in Ihrem Leben – oftmals werden zur Finanzierung hohe Kredite aufgenommen. „Bauen hat im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang eine immense Bedeutung, betrifft aber insbesondere das Leben vieler Bürgerinnen und Bürger in existentieller Weise“, erklärte hierzu Justizminister Heiko Maas. 

Unerwartete Mehrkosten, beispielsweise durch eine nicht rechtzeitige Fertigstellung des Baus oder die Insolvenz des beauftragten Bauunternehmens, können aufgrund diese existenziellen Dimension für die Verbraucher gravierende Auswirkungen haben. Um diese abzumildern, will die Bundesregierung das Bauvertragsrecht reformieren – über eine Reform beriet an diesem Freitag der Bundestag in erster Lesung. 

Wesentliche Inhalte der Reform:

  • Bauherren sollen einen Hausbauvertrag innerhalb von zwei Wochen widerrufen können.
  • Auch soll die beauftragte Baufirma in Zukunft verbindlich angeben, wann der Bau fertig wird.
  • Darüber hinaus soll die Baufirma verpflichtet werden, ihrem Kunden eine Baubeschreibung zu präsentieren, die die einzelnen Leistungen genau benennt, so dass der Kunde Angebote besser vergleichen kann.
  • Werden von der Firma oder Handwerkern fehlerhafte Materialen eingebaut, sollen sie in Zukunft nicht nur verpflichtet sein, Ersatz für die Ware zu liefern, sondern auch die Kosten für Aus- und Einbau zu erstatten.
  • Außerdem sollen beide Vertragsparteien den Bauvertrag künftig aus einem einem wichtigen Grund kündigen können.

„Das betrifft den Vertragsabschluss und seine Vorbereitung, aber auch den Verlauf der Vertragserfüllung. Denn ein Hausbau ist nicht immer im Detail planbar. Er erstreckt sich oft über längere Zeit, in der sich Wünsche und Bedürfnisse ändern können. Unser Gesetzentwurf ermöglicht es Bauherren und Unternehmern, hier zu einvernehmlichen Lösungen zu finden“, erklärte Maas.

Die Reform bringe nicht nur mehr Verbraucherschutz, sondern bringe auch für Bauunternehmer mehr Rechtssicherheit.  

Als nicht weitreichend genug, kritisierte nach dpa-Angaben die Linken-Abgeordnete Karin Binder den Regierungsentwurf. Er enthalte zwar wichtige Aspekte, habe aber noch einige Mängel. In die gleiche Kerbe schlug Grünen-Parlamentarier Christian Kühn. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, doch hätte dieser größer ausfallen können.