Franke: „Keine Investition in Bestandsräuber“

Berater von Michael Fiedler

Franke und Bornberg investiert in das Startup Getsurance. procontra fragte nach. Wie hoch die Investionssumme ist und wie Michael Franke zu „Bestandsräubern“ steht.

Michael Franke

Michael Franke über das Engagement bei Getsurance im Interview mit procontra-online. Bild: Franke und Bornberg

procontra: In der Meldung heißt es: „Bei Getsurance investieren wir zudem in ein Unternehmen, das neue Ideen in einer Zielgruppe vorantreibt, in der die Branche zunehmend an Boden verliert. Darin liegt ein großes Potenzial, neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln oder sogar in neue Kundengruppen vorzudringen.“
Welche neuen Ideen von Getsurance sind gemeint?

Michael Franke: Die Branche sieht die Chancen digitaler Beratungsprozesse derzeit vor allem in den sogenannten einfachen Produktarten, wie Kfz, Privathaftpflicht, Auslandsreisekranken etc. Bei Startups ist der Fokus demgegenüber oft auf bereits abgeschlossene Verträge gerichtet. Wir bewegen uns hier in einem komplett anderen Segment. Die Gründer von Getsurance sind genau wie wir der Überzeugung, dass die digitale Ansprache und Beratung auch in den komplexen Themen, wie Arbeitskraftsicherung und Altersversorgung funktioniert und sogar Voraussetzung für die erfolgreiche Ansprache der jüngeren Generationen ist.  

procontra: Wie hoch ist die Investitionssumme und welche Möglichkeiten der Mitsprache sind damit verbunden?

Franke: Wir investieren 500.000 Euro und halten damit 20 Prozent an Getsurance. Wir haben ein klares vertragliches Kommittent hinsichtlich der strategischen Ausrichtung und Ziele, wollen aber bewusst keinen Einfluss auf die operativen Prozesse nehmen. Denn das würde die Dynamik, die ein Startup benötigt, ersticken. Sinn der Investition ist es, dem jungen Unternehmen die Zeit zu geben, die digitalen Prozesse systematisch zu entwickeln. Es wäre naiv zu glauben, dass der erste online gestellte Beratungsprozess sofort auch der optimale Prozess ist. Wir sind vor allem Dienstleister mit Vision; das haben wir bereits mehrfach bewiesen. Aktuell ist es wichtig für uns, unsere analytischen Grundlagen für die digitale Beratung in Praxisanwendungen einzubringen und weiterzuentwickeln.  

procontra: Die Diskussion um FinTechs ist auch von Befürchtungen etablierter Makler geprägt. Insbesondere werden „Bestandsräuber“ abgelehnt. Wie werden sich Getsurance und Franke und Bornberg in diesem Zusammenhang positionieren?  

Franke: Unsere Position ist glasklar. Wir würden in kein Unternehmen investieren, das von der Arbeit anderer Vermittler profitieren will. Wo wäre dabei die analytische Herausforderung für uns? Dem Geschäftsmodell von Getsurance liegt ein Beratungsprozess zu Grunde, der auf die Gewinnung von Neukunden ausgerichtet ist. Also besteht die gleiche Ausgangslage wie bei jedem anderen Makler auch. Wir haben vor allem das riesige Potential gerade in der jungen Zielgruppe im Blick. Es geht also darum Prozesse und Ansprachekonzepte für solche Zielgruppen zu entwickeln, in denen die Branche immer weniger erfolgreich ist.