FinTechs: Die richtigen Angebote fehlen

Berater Digital von Michael Fiedler

Wie nutzen Deutsche FinTech-Angebote? Und welche Unterschiede bestehen im internationalen Vergleich? Das untersuchte eine aktuelle Studie.

FinTech-Angebote passen noch nicht

Die FinTech-Szene in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen und muss passende Angebote erst noch entwickeln, so eine Studie. Fotolia / Klaus Eppele

Deutsche nutzen FinTech-Angebote, um mobile Bezahlungen oder Finanzierungen online abzuwickeln. Bereits 23 Prozent der für eine Studie befragten Deutschen haben Non-Banks zur Überweisung oder Online-Währungstausch verwendet. Die Vergleichsländer USA, UK, Kanada, Australien, Hongkong und Singapur kommen in diesem Bereich auf einen Durchschnitt von 18 Prozent.

Geldanlage via Internet ist in Deutschland hingegen weniger verbreitet. So haben acht Prozent der befragten Deutschen ihr Geld bei Crowdfunding-Projekten oder Online-Brokern angelegt. Im Durchschnitt aller anderen untersuchten Länder setzen bereits 17 Prozent auf diese Form der Geldanlage.

Skepsis gegenüber Versicherungslösungen

Um von ihrer Versicherung bessere Konditionen zu erhalten, lassen fünf Prozent der Befragten aus Deutschland ihre Autos oder ihre Gesundheit elektronisch überwachen. Außerhalb Deutschlands liegt der Anteil bei acht Prozent. Geld von anderen Nutzern leihen sich über sogenannte Peer-2-Peer-Plattformen gerade einmal drei Prozent (insgesamt sechs Prozent).

„Die Deutschen sind auf der einen Seite generell zurückhaltender und vorsichtiger, wenn es darum geht, neue Trends anzunehmen“, kommentiert Christopher Schmitz, Partner bei EY, die Zahlen. „Auf der anderen Seite zeigen die Ergebnisse aber auch, dass offenbar die richtigen Angebote auf dem deutschen Markt fehlen.“

Laut Schmitz müssten passgenaue Angebote erst noch entwickelt werden. Dabei spielt der einfache Zugang eine große Rolle: 32 Prozent der deutschen Nutzer von FinTech-Lösungen nennen das als Hauptgrund für ihre Entscheidung, ein FinTech-Angebot zu verwenden.

Zur Studie

Für die Untersuchung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) wurden mehr als 12.000 Online-Nutzer in USA, UK, Kanada, Australien, Hongkong, Singapur und Deutschland befragt. In Deutschland nahmen über 2.000 Nutzer an der Befragung teil.

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