Büro- und Wohnungspreise bleiben im Aufwind

Sachwerte von Stefan Terliesner

Immobilien: Angebotsausweitung hält mit der steigenden Nachfrage aus dem In- und Ausland nicht Schritt. Besonders heiß begehrt bei Investoren: Einzelhandels-Objekte.

Mieten_2016

Nicht nur in Berlin bleibt der Wohnungsmarkt angespannt. Screenshot youtube / rbb

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Büro- und Wohnimmobilien in Deutschland führt aufgrund des knappen Angebots zu weiter steigenden Miet- und Kaufpreisen. Die gesamte Immobilienbranche profitiert dabei von einer weiterhin positiven Wirtschaftslage und wachsenden Investments aus dem Ausland. Dies sind laut Pressetext die Ergebnisse des Berichtes „Investmentmarkt Deutschland“, den das Beratungsunternehmen Wüest & Partner Deutschland halbjährlich erstellt.

Erhebliche Aufstockung des Angebots

Die positive Konjunktur in Deutschland zeige sich in einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent, einer steigenden Erwerbstätigenquote und einem um 2 Prozent gewachsenen Konsumindex als Folge einer Inflation auf Nullniveau. „Das gegenwärtige konjunkturelle Klima ist rundum positiv und wirkt sich auf alle Segmente des Immobilienmarktes in Deutschland aus. Der damit verbundene allgemeine Preisanstieg wird sich zukünftig nur durch eine erhebliche Aufstockung des Angebots in einem maßvollen Rahmen halten lassen“, wird Karsten Jungk, Geschäftsführer und Partner von Wüest & Partner Deutschland, in der Mitteilung zitiert.

Den Angaben zufolge verzeichnete der Markt für Büroimmobilien im vergangenen Jahr den höchsten Flächenumsatz seit 2010 mit einem Anstieg von 20 Prozent im Jahresvergleich. In allen Top 7-Städten sei eine steigende Beschäftigtenzahl und eine sinkende Leerstandsquote zu verzeichnen gewesen. Die Spitzenmieten sein 2015 um 2 Prozent geklettert, in Berlin sogar um 9 Prozent. Auch bei den Einzelhandelsimmobilien war ein deutschlandweiter Anstieg der Spitzenmieten um 1,2 Prozent zu verzeichnen, schreibt Wüest & Partner. Vor allem ausländische Investoren hätten zum Zuwachs der Einzelhandelsinvestments um fast 90 Prozent beigetragen. Die Hälfte der Transaktionssummen in Höhe von 16 Milliarden Euro stamme von Investoren außerhalb Deutschlands.

Großtransaktionen prägen das Bild

Der Markt für Miet- und Eigentumswohnungen bleibe besonders in den Ballungsräumen sehr angespannt. Die Zunahme der Mietwohnungsinvestments um 90 Prozent auf rund 24 Milliarden Euro war den Ausführungen zufolge zwar im Wesentlichen Folge von Großtransaktionen, die drei Viertel der Investments stellten. Doch das Angebot könne besonders in den Großstädten nicht mit der Nachfrage mithalten, die durch die Unterbringung der Flüchtlinge zusätzlich angekurbelt worden sei.