Beratung: Verbraucher vertrauen Check24 statt Berater

Berater Digital von Martin Thaler

Wenn es um Finanzfragen geht, genießen Online-Verbraucher- bzw. Vergleichsportale bei Verbrauchern ein hohes Vertrauen. Das zeigt eine neue Studie. Doch gerade hier gilt es aufzupassen.

Stellte die Studie vor: Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Stellte die Studie vor: Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Foto: Bitkom

Wer sich über den Abschluss einer Baufinanzierung informieren will, den Abschluss einer KfZ-Versicherung oder die Steuererklärung, ist auf Informationen angewiesen. Woher diese aber nehmen? Wer verschafft Durchblick im Informationswirrwarr? Denn gerade in Finanzfragen besteht bei vielen Leuten Beratungsbedarf.

Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom unter 1007 Personen ab 14 Jahren vertrauen Verbraucher in Finanzfragen vor allem Online-Verbraucherportalen. 71 Prozent der Befragten gaben demzufolge an, Online-Verbraucherportalen wie finanzen.net oder finanztip.de in Finanzfragen zu vertrauen. 68 Prozent gaben an, Online-Vergleichsportale in dieser Hinsicht für vertrauenswürdig zu halten. Das waren die zwei- und dritthöchsten Werte unter den Befragten, gleich nach der Meinung von Freunden und Familien.

Bankberatern und Versicherungsvertretern schlägt indes wenig Vertrauen entgegen. Während nur 36 Prozent Bankberatern vertrauen, sind Versicherungsvertreter mit gerade einmal 26 Prozent am Ende der Vertrauensskala.  

Alles eine Frage der Transparenz?

„Fast alle Verbraucher müssen heute regelmäßig Entscheidungen fällen, die finanzielle Auswirkungen haben, und dabei fühlen sich viele von der Vielfalt und Komplexität der Angebote überfordert. Web-Portale können hier wertvolle Orientierung liefern“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer. „Insbesondere Webseiten, die unabhängige Informationen bieten und Transparenz herstellen, können dem Verbraucher helfen, attraktive Angebote zu finden und Geld zu sparen. Sie sind insofern eine gute Ergänzung zu der individuellen und professionellen Beratung, die Banken und Versicherungen bieten.“

Gerade in Sachen Transparenz sollte der Verbraucher im Internet jedoch auf der Hut sein. Denn insbesondere der andauernde juristische Streit zwischen dem BVK und dem Vergleichsportal Check24 zeigt, dass Verbraucher hier mit Vorsicht agieren sollten.  

Denn Check24 ist mehr als nur Preise-vergleichender Dienstleister: Die Münchener sind als Makler registriert. Machen das aber nicht deutlich genug, so der Vorwurf vom BVK. Eine Ansicht, der wohl auch Richterin Barbara Clementi, die dem Verfahren zwischen BVK und Check24 vorsitzt, zuneigt. Bislang werden die Kunden hierüber lediglich in einer Fußzeile auf der Webseite informiert, die wohl nur von den wenigsten Kunden zur Kenntnis genommen wird. Ein Urteil in dem Prozess wird am 13. Juli erwartet. 

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