Bedeutung von Kompositsparte steigt

Versicherungen Top News von Martin Thaler

 

KfZ-Versicherungen: Eine weiter bestehende Herausforderung für die Versicherer ist die Einführung des elektronischen Ortungssystems E-Call, das ab spätestens März 2018 scharfgeschaltet sein soll. Die Versicherungswirtschaft hat hierauf reagiert und in diesem Frühjahr den Unfallmeldedienst eingeführt. Es ist der Versuch der Branche, im Schadenfall den Kunden direkt ansprechen und in die angebundenen Werkstätten steuern zu können.

Nur so sind die hiermit verbundenen Kosteneinsparungen auch zu verwirklichen. Gleiches versuchen indes auch die Autohersteller.Darüber hinaus erwarten die Assekurata-Analysten eine stärkere Dynamik im Bereich der Telematik-Tarife. Diese Schlussfolgerung ziehen sie jedoch nicht aus einem feststellbaren verstärkten Kundeninteresse, sondern aus dem Markteintritt einiger namhafter Versicherer, die wie die Allianz in dieses Geschäftsfeld eingestiegen sind, oder es, wie die HUK Coburg, planen.

Rechtsschutzversicherungen: Bei der Rechtsschutzversicherung haben die Versicherer infolge des 2013 verabschiedeten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes mit Defiziten zu kämpfen - auch wenn die Rechtsschutzversicherer die aus dem Gesetz entstehenden Kosteneffekte teilweise an ihre Kunden weitergegeben haben. Dies scheint die Kunden aber nicht abzuschrecken - die Anzahl der Verträge stieg 2015 um 0,5 Prozent.

Gebäudeversicherungen: Auch im Bereich Wohngebäudeversicherung konnten die Versicherer erfolgreich Beitragsanpassungen durchsetzen – mit einer auf 102 Prozent gestiegenen Combined Ratio bleibt dieser Bereich jedoch weiterhin defizitär. Aus diesem Grund meinen die Assekurata-Analysten, dass in dieser Sparte auch zukünftig Sanierungsbemühungen und Beitragsanpassungen erwartbar sind.

„In den Fokus der Bemühungen rücken neben der Vereinbarung von Selbstbehaltsregelungen insbesondere aktive Maßnahmen zur Schadenverhütung und –vorbeugung. Die größte Herausforderung der Versicherer bleiben neben einer wachsenden Gefährdung aus Elementarschäden vor allem Leitungswasserschäden in alternden Gebäudebeständen. Nach GDV-Angaben entfielen 2014 rund 54,2 Prozent aller Schäden auf Leitungswasserschäden.

Hausrat-, Unfall und Haftpflichtversicherung: Auch wenn die Neugeschäftsmargen in diesem Bereich zwar tendenziell zurückgehen und die Combined Ration steigt erwartet Assekurata auch in Zukunft in diesem Bereich „nennenswerte versicherungstechnische Ergebnisse“. Grund hierfür sind die großen Altbestände.

Seite 1: Bedeutung von Schaden-/Unfallsparte wächst
Seite 2: Die Herausforderungen der einzelnen Versicherungssparten

>

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare