Anleger zeigen wenig Geduld bei schlechter Performance

Investmentfonds von Martin Thaler

Wenn ein Fonds schlecht performt, sind viele Anleger nicht bereit, dies über einen längeren Zeitraum zu tolerieren. Warum dies auch ein Zeichen für nicht in Anspruch genommene Beratung sein kann, zeigt eine neue Investment-Studie.

Stellte den diesjährigen "Global Investment Survey" vor: Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter und Country Head Germany & Austria bei Legg Mason.

Stellte den diesjährigen "Global Investment Survey" vor: Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter und Country Head Germany & Austria bei Legg Mason. Foto: Legg Mason

Wenn es um die Geldanlage geht, sind jüngere Anleger deutlich ungeduldiger als ältere Anleger. 70 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie einen Fonds mit einer schlechten Performance innerhalb eines Jahres aus ihrem Portfolio schmeißen würden – Geduld also Fehlanzeige. Bei den deutschen Anlegern über 40 Jahren würden dies nur 60 Prozent machen. Das ist das Ergebnis des diesjährigen „Global Investment Surveys“ der Investmentmanagementgesellschaft Legg Mason.

Viele der Befragten warten bei der Aussortierung schlecht laufender Fonds nicht einmal ein Jahr. 44 Prozent der Über-40-Jährigen erklärten, bereits innerhalb von sechs Monaten den Fonds verkaufen zu wollen, 29 Prozent wollen damit nicht einmal drei Monate warten.

Diese heiße im Umkehrschluss allerdings nicht, dass sich Anleger von der aktuellen Volatilität an den Märkten verrückt machen ließen – denn die über Vierzigjährigen würden einen Wertverlust ihrer Aktienprodukte von im Schnitt 14,7 Prozent tolerieren, bevor sie ihr Portfolio umschichten, so die Studie. Bevor sie ihre Aktienprodukte abstoßen, ist die Toleranzgröße sogar noch größer – hier wird ein durchschnittliches Minus von 16,8 Prozent in Kauf genommen.

Noch toleranter zeigen sich hier die sogenannten Millenials: Erst bei einem Minus von durchschnittlich 17,7 Prozent würden sie umschichten, ein Verkauf kommt erst bei einem Wertverlust von -17,7 Prozent in Frage. Das mag bereits viel erscheinen, weltweit liegt die Schmerzgrenze bei den Millennials mit 22,6 Prozent jedoch noch einmal deutlich höher.

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