Allianz weist Unterlassungserklärung zurück

Berater von Martin Thaler

Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte den Konzern aufgrund seiner Werbung zur Privat-Rente "Index-Select" kritisiert. Diese weist die Kritik zurück und will an seiner Werbepolitik festhalten.

Die Allianz wies die Vorwürfe seitens der Verbraucherschützer zurück.

Die Allianz wies die Vorwürfe seitens der Verbraucherschützer zurück. Foto: Allianz

Intransparente Werbung: So lautet der Vorwurf der Verbraucherzentrale Hamburg gegen den Münchener Versicherer Allianz. Gegenstand der Beschwerde: die Privat-Rente „IndexSelect“ des Versicherers, oder genauer gesagt die Internet-Werbung auf der Homepage der Assekuranz.   Hier würden nach Auffassung der Hamburger Verbraucherschützer Formulierungen verwendet, die für den Kunden „irreführend“ sein könnten.

So kritisieren die Verbraucherschützer, dass Begriffe wie „Indexbeteiligung“ und „Indexpartizipation“ dem potenziellen Kunden suggerieren würden, dass sein Geld an der Börse investiert werden würde. Ein Blick in die Allgemeinen Versicherungsbedingungen ließ die Verbraucherzentrale zu dem Schluss kommen, dass lediglich die von der Allianz ausgezahlten Überschüsse am Geldanlagemarkt angelegt werde. Diese schrumpfen zudem aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase von Jahr zu Jahr. „Damit sind sie keinesfalls sicher“, heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale. Die Folge: eine Abmahnung.

Abschluss nur per Vermittler möglich

Hiergegen wehrt sich nun die Allianz. In einer an diesem Montag erschienenen Pressemitteilung widerspricht der Münchener Konzern, irreführende Aussagen zu verwenden. Die Aufforderung, eine Unterlassungserklärung abzugeben, wies die Allianz zurück. „Die Verbraucherzentrale verweist dazu auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) von IndexSelect und behauptet, es seien nicht alle relevanten Inhalte aus den AVB in der Kurzdarstellung im Internet enthalten. Nach Ansicht der Allianz beinhaltet die kundenorientierte Internet-Kurzdarstellung dagegen die wesentlichen Produktmerkmale. Die Allianz kann daher die Kritik nicht nachvollziehen“, heißt es weiter.

Zudem könne die Privat-Rente nur über einen Vermittler abgeschlossen werden, der dem Kunden „eine umfassende Beratung und eine über die Kurzdarstellung im Internet hinausgehende, umfassende Produktinformation“ ermögliche.

Irritiert zeigte sich der Versicherer zudem, dass die Verbraucherzentrale Hamburg vor der Abmahnung den Konzern nicht kontaktiert habe. „Ich hätte es begrüßt, wenn uns die Verbraucherzentrale Hamburg mit ihren Fragen vor der Abmahnung kontaktiert hätte. Sicher hätten wir Missverständnisse dann rasch aufklären können", sagt Alf Neumann, Produktvorstand bei Allianz Leben.