Allianz kritisiert Komplexität von Solvency II

Versicherungen von Stefan Terliesner

Unrealistische Vorgaben

Grund habe für den 8. Juli eine erste grobe Einschätzung angekündigt, wie sich die Versicherer unter Erstanwendung von Solvency II geschlagen haben. Die Unternehmen müssten grundsätzlich 100 Prozent der Solvabilitätskapitalanforderung (Solvency Capital Requirement, SCR) übertreffen. „Wie groß dieser Puffer ist, hängt vom Risikoappetit des Unternehmens ab. Wir machen da keine Vorschriften“, sagte Grund laut Zeitungsbericht.

Kritisiert habe Allianz-Vorstand Wemmer auch das sogenannte "Double Hit"-Szenario des aktuellen Stresstests der EU-Versicherungsaufsicht EIOPA. Er halte die Vorgaben, also langanhaltend niedrige Zinsen bei gleichzeitig fallenden Marktwerten auf Kapitalanlagen, insbesondere Anleihen, für höchst unrealistisch. Außerdem gebe es keine Vergleichbarkeit mit dem Bankenstresstest. Überspitzt habe Wemmer gesagt: „Ich hätte mir die Kalibrierung beider Tests so gewünscht, dass dabei nicht nur drei Banken, aber die Hälfte der Versicherer durchfallen.“ Und weiter: „Ich fürchte mich vor den Überschriften in der Presse.“

Grund habe zugegeben, dass es sich um ein „sehr unwahrscheinliches“ Szenario handele, wie es auch EIOPA zugegeben habe. „Die 28 EIOPA-Mitglieder haben sich mehrheitlich für die stärkere Variante entschieden statt für eine sanftere Version, die nicht ernst genommen wird.“

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