Ablaufleistungen im Vergleich

Berater Top News von Stefan Terliesner

Die Debatte um Lebensversicherungen und Garantien fokussiert sich auf die Kosten. Fondspolicen mit einkalkulierter Provision wird die Eignung zur Altersvorsorge abgesprochen. Nettopolicen sollen bis zu zwei Prozentpunkte höhere Renditen bringen.

Fondspolicen für die Altersvorsorge ungeeignet?

Fondspolicen - für die Altersvorsorge ungeeignet? Fotolia / Stefan Körber

Über Fondspolicen wird derzeit lebhaft diskutiert. Während die EU-Kommission und die Bundesregierung durch neue Vorschriften für mehr Klarheit bei den Kosten sorgen wollen, lanciert Walter Hubel, Vorstand bei der Confee AG, einem Dienstleister rund um die Honorarberatung, eine brisante Pressemitteilung. Bei der Prognose der Ablaufleistung von fondsgebundenen Lebensversicherungen würden Kosten unberücksichtigt bleiben und prognostizierte Ablaufleistungen künstlich erhöht. Für die Altersvorsorge seien sie ungeeignet.

Renditevorteil von bis zu zwei Prozentpunkten

Demgegenüber könne eine „ehrliche Fondspolice“ – er meint ein Produkt ohne einkalkulierter Provision -die Altersvorsorge retten. Schließlich gäbe es „spezielle Nettopolicen mit Renditevorteilen von bis zu über zwei Prozentpunkten pro Jahr. Und mit entsprechenden Beratungstools könnten Finanzberater sehr wohl „die Streu vom Weizen trennen“. Ähnlich argumentieren auch andere „Netto-Fans“ wie zum Beispiel der Versicherer MyLife. In einer Tabelle vergleicht die Confee AG die jeweilige Ablaufleistung von klassischer Lebensversicherung, „Neue Klassik“, Fondspolice mit Provision und Fondspolice ohne Provision. In dem Nettoprodukt sei freilich das Beratungshonorar noch nicht enthalten. „Eine Berücksichtigung dieser Vergütung für den Berater ändert am Gesamtergebnis aber kaum etwas“, sagte Hubel auf Anfrage. Die Tabelle basiere auf das Beispiel für einen 35jährigen Kunden, der 32 Jahre einen Beitrag von 200 Euro investiert.

Die Renditeerwartung neu abgeschlossener klassischer Lebens- und Rentenpolicen betrage laut Expertenmeinung nur noch 1,5 Prozent pro Jahr. „Neue Klassik“-Produkte mit reduzierten Garantien würden zwar überdurchschnittliche Renditen versprechen. Um diese Garantien zu sichern, müsse allerdings der überwiegende Teil der Beiträge ebenfalls in unrentable Zinspapiere investiert werden. In der Tabelle sind dies vom Beitrag in Höhe von 200 Euro immerhin 156 Euro, die klassisch im Deckungsstock angelegt würden, sagt Hubel. Kunden könnten daher allenfalls geringfügig bessere Ablaufleistungen erwarten als mit konventionellen Tarifen.

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