Warren Buffet: Kfz-Versicherung vor dem Ende

Versicherungen von Martin Thaler

Der Branche stehen durch das autonome Fahren äußerst schwierige Zeiten bevor, sagt Warren Buffet. Damit steht er nicht allein - auch weitere Führungspersonen steigen in den Branchen-Abgesang mit ein.

Fachleute glauben, dass durch autonomes Fahren die Zahl der Unfälle massiv gesenkt werden kann.

Fachleute glauben, dass durch autonomes Fahren die Zahl der Unfälle massiv gesenkt werden kann. Foto: Fxquadro - fotolia.de

Es war nicht irgendjemand, der am Montag dieser Woche das Ende der Kfz-Versicherungsbranche – zumindest in ihrer jetzigen Form – prophezeite. Sowohl Großinvestor Warren Buffet als auch Microsoft-Gründe Bill Gates äußerten sich in der TV-Sendung „Squawk Box“ zum Thema Autonomes Fahren und Versicherungen. Ihr Urteil: Wenn es keine Unfälle mehr gibt, besteht auch keine Notwendigkeit für eine Kfz-Versicherung, formulierte Buffet.

Nach Angaben der amerikanischen Behörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration) beruhen 94 Prozent aller Unfälle auf Fahrfehlern. Bei sechs Millionen Verkehrsunfällen pro Jahr in den USA entsteht so ein Schaden von 836 Milliarden Euro. Dass diese Zahlen massiv sinken werden, davon sind nicht nur Buffet und Gates überzeugt.

Dramatische Auswirkungen auf Branche

Auch Volvo-Chef Hakan Samuelsson meldete sich nun zu Wort und verwies auf eine Swiss RE-Studie, nach der zufolge bis 2035 die Unfallzahlen um bis zu 80 Prozent sinken können. Allein 17,5 Milliarden Euro könnten den Versicherern somit allein bis 2020 entgehen. "Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die Versicherungsbranche sind dramatisch. Man darf dabei aber die eigentlichen Gründe nicht vergessen: weniger Unfälle, weniger Verletzte und weniger Verkehrstote. Autonomes Fahren sorgt für einen weiteren Sprung in der automobilen Sicherheit“, wird Samuelsson von der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert.

Im gleichen Bericht kommt auch Peter Shaw zu Wort, CEO von Thatcham Industries, einer Organisation der britischen Kfz-Versicherer. Ihm zufolge werden vollautonome Fahrzeuge bereits 2021 zur Verfügung stehen. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Tesla Motors ein neues Software-Update herausgebracht, mit dem autonomes Fahren möglich gemacht werden sollte. Das amerikanische Time-Magazin berichtete von einer Reihe von Fahrern, die von Los Angeles nach New York fuhren – 96 Prozent steuerte das Auto sich dabei selbst. Auch bei Youtube ist eine Vielzahl von Videos zu finden, in dem sich die Autos selber fahren.

Wie können die Versicherungen nun aber reagieren? Nach Überzeugung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wird die Branche sich verstärkt auf Cyber-Policen, Produkthaftungen und Rückrufdeckungen spezialisieren müssen, um die Verluste zu kompensieren. Eine gute Nachricht gibt es dabei für Versicherte: Im gleichen Maße wie die Unfallzahlen zurückgehen, wird es für die Versicherten zu entsprechenden Prämiensenkungen kommen.

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