Volatile Märkte: Fünf Gründe, optimistisch zu sein

Investmentfonds von Michael Fiedler

Hohe Marktschwankungen verunsichern einen Teil der Anleger. Doch die Verlaufsmuster an den Märkten hält Lukas Daalder (Robeco) nicht für ungewöhnlich. Er nennt fünf Gründe, optimistisch zu sein.

Setzt trotz Volatilität auf Optimismus: Lukas Daalder (Robeco)

Setzt trotz Volatilität auf Optimismus: Lukas Daalder (Robeco)

„Die Märkte sind seit Beginn des Jahres recht volatil, und man ist versucht, nach Sündenböcken zu suchen”, so Lukas Daalder, Chief Investment Officer bei der Fondsgesellschaft Robeco Investment Solutions. „Der Glaubwürdigkeitsverlust der Notenbanken, die niedrigen Zinssätze und zu höherer Volatilität beitragende Handelsstrategien haben wahrscheinlich alle einen Einfluss ausgeübt – und könnten in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen. Man darf diese Faktoren aber nicht einfach für die gesamte Volatilität in den letzten Monaten verantwortlich machen.”

Daalder zufolge zeigt der Blick auf die Entwicklung der Standardabweichung in den täglichen Veränderungen des MSCI World Index keine klare Trendänderung, sondern einen normalen Anstieg der Volatilität – nach dem bemerkenswert niedrigen Schwankungsniveau von 2014. „Selbst wenn wir den in den letzten sechs Monaten erreichten Spitzenwert der Volatilität nehmen, liegt dieser nicht in den seit 1988 gemessenen obersten zehn Prozent“, erklärt Daalder. Anders ausgedrückt: Es besteht vielleicht der Eindruck hoher Volatilität, aber die Geschichte zeigt, dass diese nicht aus dem Rahmen fällt. Daalder, dessen Multi-Asset-Portfolio in Aktien neutral positioniert ist, spricht von einer „natürlichen Volatilitätszunahme“, die mit der Spätphase der Erholung globaler Aktien in Verbindung stehe. „Insgesamt steigen die Aktienkurse in dieser Phase immer noch, aber unter größeren Schwankungen. Die beste Option in dieser Situation ist so genanntes ‚Range Trading’ – also während Verkaufswellen kaufen und bei Rallys verkaufen”, so Daalder.

Sind die extremen Schwankungen der Märkte nur ‚business as usual’ in der Spätphase eines Bullenmarkts? Oder gibt es Argumente, die vermuten lassen, dass hier strukturelle Elemente am Werk sind? Der Investment-Stratege von Robeco nennt fünf grundlegende Argumente für Phasen mit höherer Volatilität – keines davon ist struktureller Art:

1. Mehr Unsicherheit in den makroökonomischen Daten
Tatsächlich waren die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der letzten vier Quartale nachweislich deutlich weniger volatil als in der Vergangenheit. Im Citi Surprise-Index, der die Differenz zwischen den veröffentlichten Daten und den Konsenserwartungen misst, hat es keine großen Schwankungen gegeben. Fotolia / Brian Jackson
 
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