Ombudsmann bemängelt Beratungsdokumentation

Berater Top News von Martin Thaler

Die Zahl der Beschwerden gegenüber Versicherungen stieg weiter an. Im Bereich der Lebensversicherungen war sie rückläufig - dennoch machte Obmann Günter Hirsch hier einige Missstände aus.

Versicherungsobmann Dr. Günter Hirsch stellte seinen Jahresbericht vor.

Versicherungsobmann Dr. Günter Hirsch stellte seinen Jahresbericht vor. Foto: Versicherungsobmann e.V.

Ein Einbruch: Wie die Täter ins Haus gelangt waren, war unklar – Einbruchsspuren waren nicht festzumachen. Auch die Beute fiel gering aus: ein wenig Bargeld, ein Mikrofonständer, ein Kabel. Die Versicherung zahlte ihrer Kundin eine Entschädigung von 270 Euro.

Doch das reichte dieser nicht. Denn die entwendeten Gegenstände waren ihr kleinstes Problem. Was wesentlich schlimmer wog, war die Tatsache, dass die Täter wie Vandalen in ihrer Wohnung gewütet hatten. Sie hatten Schränke zerkratzt, Elektrogeräte zertrümmert, Matratzen zerstochen und Möbel umgeworfen. Die Schadenaufstellung belief sich auf 30.000 Euro.

Die Versicherung lehnte eine Entschädigung jedoch hierfür ab: Schließlich seien die Täter offensichtlich nicht mit Diebstahlsabsicht ins Haus eingedrungen, so dass aus Sicht der Versicherung keine Leistungspflicht bestand.

Mehr Beschwerden - viele Irrläufer

Dies ist nur einer der Fälle, mit denen sich Dr. Günter Hirsch, seinerseits Ombudsmann für Versicherungen, im vergangenen Jahr beschäftigen musste. Insgesamt 20827 Beschwerden gingen bei Hirsch ein – fünf Prozent mehr als noch im Vorjahr, ein neuer Höchststand. Allerdings war ein knappes Drittel dieser Beschwerden falsch adressiert – sie richtete sich gegen Banken und hatte keine Versicherungsverträge zum Gegenstand.

Als besonders problematisch bezeichnete Hirsch sogenannte Dreieckskonstruktionen – also Verträge, bei denen der Versicherungsnehmer sowie die versicherte Person nicht ein- und dieselbe sind. Als Beispiele nannte er hier Gruppenversicherungen im Kleingartenverein oder Handy-Schutzbriefe. „Zwischen den Beteiligten ist dann oftmals unklar, wem welche Rechte beziehungsweise Pflichten zukommen.“

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