Kfz-Versicherung: Schadenregulierung wird digital

Versicherungen Digital von Michael Fiedler

Digitalisierung: Im Kfz-Bereich zeichnet sich ab, welche Vorteile sich durch die Automatisierung von Prozessen für die Versicherer ergeben. Wie HDI und Zurich Vorreiterpositionen bei der digitalen Schadenregulierung einnehmen wollen.

Kfz-Schaden: Regulierung wird digital

Kfz-Schaden: Regulierung wird digital Fotolia / Andrey Popov

Das Schadenmanagement werde sich durch die Digitalisierung deutlich ändern, so die Innovalue-Studie „Trends im Schadenmanagement“.

Dabei würden die Vorreiterrollen von Versicherern eingenommen, die über ein Prämienvolumen größer als 1 Mrd. Euro verfügen, so die Prognose der Studie. Den kleineren Versicherern fehle es an an der nötigen Finanzkraft, um nötige Investitionen zu tätigen. Zudem dauert es bei kleineren Versicherern länger, bis sich Investitionen amortisieren, weil sie im Verhältnis weniger Schadenmeldungen bearbeiten.

Zurich setzt auf Kunden-App

Nun erweisen sich die Prognosen der Studie als zutreffend. So setzt Zurich beispielsweise auf eine Kunden-App, die eine schnellere Regulierung im Schadenfall ermöglichen soll. Per Smartphone können Kunden Schäden bis zu einer Grenze von 2.500 Euro dokumentieren. Die Begutachtung und Regulierung der Schäden soll dann innerhalb von vier Stunden vorgenommen werden, so der Versicherer.

Vielen Autofahrern und Vermittlern in Erinnerung sind sicher die Hagelgroßschäden vergangener Jahre. Ungezählte Arbeitsstunden verbrachten Außendienstler damit, allein die Schäden zu erfassen. Das soll bei Zurich einfacher werden: Der Versicherer will nach PKW-Hagelschäden großflächige Scanner einsetzten, die Portalwaschanlagen ähneln. Innerhalb weniger Minuten sei es im Rahmen dieser Sammelbesichtigungen möglich, sämtliche Hagelschäden an einem Fahrzeug festzuhalten.

Eine schnellere Bearbeitung von Unfallschäden ist auch das Ziel der HDI. Dafür baut der Versicherer im Kfz-Bereich seine Kooperation mit Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland (MBD) aus.

Künftig werde die Abwicklung von Unfallschäden auf einer „elektronischen Kommunikations- und Kalkulationsplattform mit einem individuell definierten Workflow“ erfolgen, so Georg Abel, Mitglied der Geschäftsleitung des Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland (MBD), verantwortlich für den Service.

Dass es gerade die Kfz-Sparte ist, die versucht, über Digitalisierung Kosten einzusparen, verwundert nicht. Hendrik C. Jahn, Versicherungsexperte bei PwC bringt das Problem der Branche auf folgende Formel: „Schadenaufwände verbrauchen 80 Prozent der Kraftfahrtprämie, die Kraftfahrtprämie wiederrum repräsentiert ca. 40 Prozent des Prämienvolumens bei Schaden/Unfall Versicherern.“