Industrie kaum gegen Cybercrime versichert

Berater von Martin Thaler

Die häufigsten Delikte sind der Diebstahl von IT- und Kommunikationsgeräten (32 Prozent), die Entwendung sensibler physischer Dokumente, Bauteile oder Muster (20 Prozent) und der Diebstahl sensibler digitaler Dokumente (19 Prozent). 18 Prozent der Unternehmen gaben an, Opfer von Sabotageakten geworden zu sein, die das Ziel hatten, den Betrieb zu stören bzw. lahmzulegen. 16 Prozent der Unternehmen registrierten Fälle von Social Engineering, also beispielsweise Phishing. Bei 6 Prozent der Firmen wurde die elektronische Kommunikation ausgespäht, bei fünf Prozent sind Besprechungen oder Telefonate abgehört worden. Viele Cyber-Angriffe bleiben allerdings oft unbemerkt.

Aufgrund dieses Ergebnisses empfiehlt Bitkom den Abschluss von Cyber-Policen. Diese übernehmen beispielsweise die Kosten für die Reparatur von IT-Systemen oder für die Wiederherstellung von Daten. Auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen können je nach Police mitversichert sein. Auch praktische Unterstützung wird von einigen Versicherern im Krisenfall angeboten. „Wie bei einem Kfz-Schutzbrief können sich versicherte Unternehmen bei einem IT-Angriff rund um die Uhr an Sicherheitsexperten wenden, die sie beim Krisenmanagement unterstützen“, sagt Fliehe.

Da die Policen erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind, überarbeiten die Versicherer diese ständig. Makler stehen dabei vor der großen Herausforderung, das breit gefächerte Angebot zu überblicken, zu vergleichen und für den Kunden das passende Angebot herauszufiltern.  

„In der Cyberpolice sammeln sich mehrere Deckungsarten. Das macht es schwierig, die Policen miteinander zu vergleichen – selbst wenn die Deckungstitel im Grunde gleich sind“, so Cyberspezialist Norbert Schrödel von der Zurich Versicherung.

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