„Diskussion über Niedrigzins schadet Sparkultur“

Berater von Michael Fiedler

Niedrigzins: Die Sparanreize fehlen, die Konsumlaune steigt. So einfach? Wer welche Beziehung zum Sparen hat.

Ermutigung statt Verunsicherung

Ermutigung statt Verunsicherung beim Thema Sparen in Zeiten des Niedrigzins - das wünscht sich Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

Finanzielle Rücklagen bedeuten Handlungsfähigkeit und damit einen Zugewinn an persönlicher Freiheit – so sieht es die große Mehrheit der 8.000 für die Sparstudie von Union Investment Befragten. Trotz Niedrigzins bleibt die Sparquote auch über verschiedene Altersgruppen hinweg konstant: sie beträgt 10,6 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens.

Warum nicht gespart wird

Überraschend gering ist der Anteil der Nichtsparer. Nur 10,4 Prozent geben an, keine Rücklagen zu bilden. Von ihnen geben 51 Prozent fehlende Mittel als Grund für ihre Untätigkeit an. Das zeigt, dass die andere Hälfte ihr Potenzial nicht nutzt. Jeder dritte Nichtsparer (36,1 Prozent) gibt niedrige Zinsen als Ursache für seine Sparverweigerung an. „Die Diskussion über das Niedrigzinsumfeld schadet der Sparkultur“, sagt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. „Viele glauben, dass es sich nicht mehr für sie lohnt, sich mit ihrer Geldanlage auseinanderzusetzen“, so Reinke.

Schlaue sparen mehr

Ein wichtiger Faktor beim Sparen ist die Selbsteinschätzung des Wissens. Die Studie ergab, dass diejenigen, die sich selbst als Experten bezeichnen (85,7 Prozent), regelmäßiger sparen. Unter den Ahnungslosen spart nur jeder Dritte regelmäßig (33,3 Prozent). „Wer mehr zu wissen glaubt, der spart regelmäßiger. Aber um erfolgreich zu sparen, muss man nicht unbedingt ein Experte sein“, sagt Reinke. So ordnen sich unter den modernen Sparern 43,1 Prozent nur als „Bisschen-Kenner“ ein. Bei den traditionellen Sparern lagen die Superexperten bei 23,7 Prozent und dafür die Bisschen-Kenner bei 54,4 Prozent. „Ich wünsche mir, dass im Niedrigzinsumfeld mehr darüber gesprochen wird, wie sich Sparen lohnt und weniger, warum es angeblich keinen Sinn mehr macht“, so Reinke. „Ein bisschen mehr Ermutigung könnte schon helfen, um die Menschen nicht weiter zu verunsichern.“

Beratung kann hier unterstützen. Sie steht insbesondere bei modernen Sparern hoch im Kurs: 72 Prozent haben schon einmal eine Beratung zum Thema Sparen in Anspruch genommen. Bei den Traditionellen und Nichtsparern fällt der Wert mit 60,7 bzw. 40,6 Prozent deutlich niedriger aus. Ein Großteil der Befragten will sich nicht häufiger als unbedingt notwendig mit dem Thema auseinandersetzen. Zwei Drittel möchten die Angelegenheiten regeln und danach über einen längeren Zeitraum mit der Geldanlage nichts mehr zu tun haben. Reinke: „Beratung macht den Weg frei für eine moderne Geldanlage, bei der wir mit zeitgemäßen Produkten die Brücke zum Sparer und seine individuellen Bedürfnisse schlagen können.“