Check24-Prozess: BVK sieht sich bestätigt

Berater Top News Digital von Martin Thaler

Beratung im Internet muss nicht zwingend immer so umfassend erfolgen wie beim Makler - diese Einschätzung äußerte das Münchener Gericht im Prozess gegen Check24. Eine Niederlage droht dem Vergleichsportal auf anderem Feld.

Vor dem Münchener Landgericht läuft derzeit der Prozess zwischen dem BVK und Check24.

Vor dem Münchener Landgericht läuft derzeit der Prozess zwischen dem BVK und Check24. Foto: Screenshot Youtube

Wer im Internet über ein Vergleichsportal eine Versicherung abschließen will, muss dabei nicht so gründlich beraten werden wie beispielsweise im Gespräch mit einem Makler. Diese Ansicht äußerte dpa-Angaben zufolge die Vorsitzende Richterin Barbara Clementi in der zweiten mündlichen Verhandlung im Prozess zwischen Check24 und dem BVK.

So erfordere das Ausfüllen bestimmter Abfragemasken gewisse geistige Fähigkeiten, so Clementi, durch die man davon ausgehen könne, dass der Verbraucher „nicht nur Bahnhof“ verstehe.   Dies gelte insbesondere für einfachere Produkte. „Wer im Internet sucht, hat einen Fokus auf den Preis und weiß, dass die Beratung nicht gleich intensiv ausfällt“, so Clementi.

Allerdings sei immer der Einzelfall entscheidend. So sollte beim Abschluss einer Hausratsversicherung gefragt werden, ob ein Fahrrad zum Haushalt gehöre. Hier müsse Check24 eventuell nachbessern, so das Gericht. Ein Umstand, den das Vergleichsportal locker nimmt, wie das Handelsblatt berichtet.

BVK sieht sich bestätigt

Eine Niederlage zeichnet sich für Check24 indes in einem anderen Punkt ab: So muss es die Kunden besser darüber informieren, dass es als Makler tätig ist und Provisionen für Versicherungsabschlüsse kassiert. Bislang erfolgt dies auf der Webseite des Unternehmens nur in einer Fußzeile, die wohl von den wenigsten Nutzern zur Kenntnis genommen wird.

Das Unternehmen hatte dem BVK daraufhin vorgeworfen, dass er Dinge fordere, die er selbst nicht einhalte. So würden selbst bei BVK-Präsident Michael Heinz die Erstinformationen auf dessen Homepage fehlen.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute wertete die Einschätzung des Münchener Gerichts als Teilerfolg und „wichtiges Signal zur Stärkung der Verbraucherrechte“.  

„Als BVK sehen wir uns in unserer Ansicht bestätigt: Der Verbraucher muss beim Erstkontakt mit Check24 deutlich darüber informiert werden, dass es sich hier um einen Makler handelt. Das ist ein Punktsieg für den Verbraucherschutz,“ sagte BVK-Präsident Michael H. Heinz nach der Verhandlung.

Ein Urteil im Prozess soll am 13. Juli verkündet werden.