Anleiheprofi warnt vor Negativzinsblase

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Rentenfonds bieten statt einer „risikolosen Rendite“ nur ein „renditeloses Risiko“, so Fondsmanager Peter E. Huber (StarCapital). Auf traditionelle Weise sei mit Anleihen kaum noch Geld zu verdienen.

Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand des Vermögensverwalters StarCapital

Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand des Vermögensverwalters StarCapital. Bild: Screenshot Youtube/DAF

„Es ist schwieriger geworden, mit festverzinslichen Wertpapieren auskömmliche Renditen zu erwirtschaften“, stellt Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand des Vermögensverwalters StarCapital in einer Pressemitteilung fest. Seine Aussage begründet er auf zwei Ursachen: Durch die aggressive Politik der Notenbanken gäbe es keinen „sicheren“ Zins mehr. Zudem hätten sich die meisten Banken durch ständig steigende Regulierungsforderungen seitens der Aufsichtsbehörden aus dem Geschäft als „Market Maker“ an den Rentenmärkten zurückgezogen. Immer stärkere Kursschwankungen und zunehmende Volatilität seien die Folge.

Notenbanken sind Schuld

Grund zur Sorge besteht aus Hubers Sicht für die Rentenmärkte im Allgemeinen: „Rentenfonds sind weiter mit Staatsanleihen vollgestopft.“ Auch Banken – insbesondere südeuropäische – haben sich seiner Meinung nach mit Staatsanleihen großzügig eingedeckt, denn hier ist kein Vorhalten von Eigenkapital gefordert.
Irrtümlicherweise. Denn die vermeintlich sichere Anlageform bringe mittlerweile teilweise negative Verzinsung mit. Huber folgert: „Statt einer risikolosen Rendite bieten sie nur ein renditeloses Risiko.“ Die daraus entstandene Negativzinsblase sei den Notenbanken zu verdanken, die damit die Deflation schüren statt sie zu bekämpfen. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes werde damit gedrosselt. Schon heute sei sie in den USA und in der Eurozone auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

Verunsicherte Europäer

Huber und Team verstünden nicht, „warum die Notenbanken die Wirkung ihrer geldpolitischen Experimente nicht hinterfragen.“ Die zunächst ergebnislose Nullzinspolitik Japans seit der Jahrtausendwende weise nun unerwünschte Ergebnisse auf: Mit der Ankündigung von Negativzinsen durch die Bank of Japan habe der Yen deutlich aufgewertet und die Aktienkurse seien eingebrochen. Und die US-amerikanische Zentralbank FED habe aus den Arbeitsmarktdaten, als nachlaufende Wirtschaftsindikatoren, die vermeintliche Notwendigkeit einer Zinserhöhung abgeleitet. Die Negativzinsen und der Druck von mehr als 1.000 Milliarde Euro würden die Europäer verunsichern.
Mit der traditionellen Vorgehensweise im Rentenmanagement dürfe künftig nur noch schwer Geld zu verdienen sein.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare