Anleger missverstehen Indexfonds

Investmentfonds von Martin Thaler

Beim Anlageverhalten der Deutschen seien große Diskrepanzen feststellbar, urteilt eine Studie von Natixis. Die Rolle des professionellen Finanzberaters erfährt dabei eine Aufwertung.

Untersuchte das Anlageverhalten der Deutschen: Jörg Knaf.

Untersuchte das Anlageverhalten der Deutschen: Jörg Knaf. Foto: Natixis

Deutsche Anleger meiden höhere Risiken – 75 Prozent aller Privatanleger geben dem der Sicherheit ihres Kapitals Vorrang vor Investmenterträgen. 74 Prozent der Anleger geben ihr Anlageverhalten darüber hinaus als defensiv an.   Dies ergibt eine Umfrage der französischen Investmentbank Natixis, in der insgesamt 7000 Privatinvestoren aus 21 Ländern befragt wurden – 400 von diesen kamen aus Deutschland.

Deren Ertragserwartungen stünden dabei in einem deutlichen Widerspruch zu ihrer Risikobereitschaft, so die Studie: So hält die Mehrheit der deutschen Privatanleger (66%) einen durchschnittlichen Jahresertrag von 10% für langfristig realistisch.

Was die Finanzplanung der Investoren betrifft, so offenbart die Studie außerdem eine große Kluft zwischen den Anlagezielen und den konkreten Investitionsaktivitäten der Anleger. Obwohl etwas mehr als die Hälfte der deutschen Investoren (56%) Anlageziele anstrebt verfügt nur eine Minderheit der Befragten (33%) auch über einen konkreten Finanzplan, um diese Ziele zu erreichen.

Zu großes Vertrauen in ETFs und Indexfonds

„Diese Diskrepanzen zeigen deutlich, dass seitens deutscher Anleger nach wie vor Bedarf an investmentspezifischen Informationen und Orientierungshilfen besteht, um umsichtigere und fundiertere Anlageentscheidungen treffen zu können“, so Jörg Knaf, Executive Managing Director von Natixis Global Asset Management für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Insbesondere das Vertrauen der Investoren in Indexfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs) wird von Natixis bemängelt – 70 Prozent der Befragten gaben hier an, dass diese Investments weniger riskant seien als andere Anlageklassen. Dies sei angesichts der Talfahrt des DAX zu Jahresbeginn ein Irrglaube gewesen, so Knaf. „Mit einem ETF wäre man beim Rauf und Runter voll dabei gewesen – wobei das ‚Auf‘ bisher noch auf sich warten lässt. Zuletzt haben deutsche Anleger, die fälschlicherweise davon ausgegangen waren, vor solch heftigen Verlusten geschützt zu sein, eher wenig Trost in Indexfonds gefunden.“

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