Anleger fühlen sich von Banken alleine gelassen

Investmentfonds von Martin Thaler

In der derzeitigen Nullzinsphase wird die Geldanlage für viele Menschen zum großen Problem. Eine ausführliche Beratung ist notwendig - doch gerade Banken haben hier viel Vertrauen verspielt.

Allein gelassen - so fühlt sich die Mehrheit der Befragten einer Prophet-Studie von ihren Bankberatern.

Allein gelassen - so fühlt sich die Mehrheit der Befragten einer Prophet-Studie von ihren Bankberatern. Foto: rangizzz - fotolia.de

Die anhaltende Niedrigzinsphase wird für deutsche Anleger immer mehr zum Problem. Wie soll man sein Geld anlegen, welche Investments versprechen noch ausreichend Rendite, um für das Alter vorsorgen zu können. Bei dieser Frage fühlen sich fast zwei Drittel der Deutschen von den etablierten Banken alleine gelassen – das ergibt eine Online-Umfrage der Markenberatung Prophet.

Noch gravierender: 82 Prozent der Befragten gaben an, generell Empfehlungen der Banken und Vermögensberater zu misstrauen, da sie das Gefühl haben, diese würden eh nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Noch verbreiteter ist die Forderung (89 Prozent) , dass die  klassischen Banken eine Änderung ihrer Geschäftspolitik vornehmen sollten – hin zu neuen Produkten und Lösungen für die Null-Zins-Phase. Gewünscht werden einfach und transparente Anlagelösungen ohne hohe Provisionen und Kosten.

Allerdings wollen die Deutschen dabei nicht wirklich von ihrem bewährten Anlageschema abrücken: Sicherheit geht weiter vor. Nur 35 Prozent der Befragten gaben an, ein höheres Risiko eingehen zu wollen, um überhaupt noch eine Rendite erwirtschaften zu können.  

"Die Null-Zins-Phase selbst, können die Banken natürlich nicht lösen, haben sie aber zu weiten Teilen verursacht. Und jetzt werden sie von Ihren Versäumnissen in der Vergangenheit eingeholt", kommentiert Prophet-Partner Felix Stöckle das Umfrageergebnis. Denn die Glaubwürdigkeitskrise der Banken sei selbstgemacht: "Sie haben sich in der Vergangenheit mehr an den eigenen Provisionen als an den Bedürfnissen der Kunden orientiert. Etliche Bankberater sind zu reinen Vertriebsmanagern mutiert, die versuchen, ihren Kunden das Produkt der Woche zu verkaufen," so Stöckle.

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