Warum 50 Prozent der Deutschen Altersarmut droht

Berater von Martin Thaler

Zur Debatte um eine Reform des Rentensystems meldete sich nun auch der Finanzmathematiker Werner Siepe zu Wort. In einem Sieben-Punkte-Plan sprach sich Siepe unter anderem für eine Stärkung der 1. Säule der Altersversorgung durch steigende Löhne aus. „Das Rentenniveau kann auf dem jetzigen Stand verharren, wenn die Renten im gleichen Verhältnis wie die Löhne steigen und die weitere Absenkung des Rentenniveaus durch höhere Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verhindert werden kann.“

Allerdings räumte Siepe ein, dass von einem gleichbleibenden Rentenniveau vor allem diejenigen profitieren würden, die schon jetzt in Rente sind oder bis zum Jahr 2020 in Rente gehen werden. Alle späteren Jahrgänge wären von deutlich höheren Beitragssätzen getroffen.

Ein weiterer Punkt von Siepe: Riester-Sparern sollte es erlaubt werden, das bisher angesparte Kapital ähnlich wie beim Wohn-Riestern als freiwilligen Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Auch die 2005 erfolgte Reform der Rentenbesteuerung gehöre erneut auf den Prüfstand. „Infolge steigender Besteuerungsanteile wachsen Immer mehr Rentner in die Besteuerung ihrer gesetzlichen Rente hinein. Bei Rentenbeginn in 2030 werden bereits 90 % der Bruttorente steuerpflichtig. Die restlichen 10 % werden als Rentenfreibetrag festgeschrieben. Künftige Rentensteigerungen sind daher voll zu versteuern“, erklärt Siepe.

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