Vola-Fonds: Partizipieren von der Schwankung

Investmentfonds Top News von Julia Groth

Anlageprofis prognostizieren eine weiter steigende Volatilität. Warum also nicht von dieser Annahme mittels Volatilitätsfonds profitieren?!

Illustration: procontra

Mit Marktschwankungen ist es so eine Sache: Mal sind sie hoch, mal niedrig, und keiner weiß, was als Nächstes kommt. Als die Aktienmärkte im vergangenen Jahr abstürzten, schoss die Volatilität in die Höhe. Zuletzt ging sie dank steigender Aktienkurse wieder zurück – angesichts des unsicheren globalen Wirtschaftsumfelds aber möglicherweise zu stark, warnt Russ Koesterich, Chef-Investmentstratege von BlackRock. „Die Volatilität könnte zurückkehren“, sagt er. Probleme, die Anleger nervös machen könnten, gibt es schließlich genug.

Ein Blick auf die wilden Ausschläge des Volatilitätsindex VDAX zeigt, dass sich die Nervosität an den Märkten immer wieder Bahn bricht. Für klassische Aktien- und Rentenfondsmanager kann das zum Problem werden. Hohe Marktschwankungen zehren in jedem Fall an ihren Nerven. Fondsmanager sogenannter Vola-Fonds betrachten den VDAX und andere Angstbarometer dagegen nicht mit Sorge. Sie sehen Volatilität nämlich nicht als Risiko, sondern als eigene Anlageklasse, die kaum mit anderen Assetklassen zusammenhängt.

Nicht jede Strategie funktioniert in jedem Marktumfeld Wegen der geringen Korrelation zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Renten sind Fonds, die in Marktschwankungen investieren, eine interessante Portfoliobeimischung. „Man kann sie als Renditequelle oder zur Absicherung nutzen“, erklärt Alexander Raviol, Leiter des Portfoliomanagements bei der Investmentboutique Lupus Alpha, die mehrere Vola-Fonds anbietet.

Nicht jede Strategie funktioniert in jedem Marktumfeld

Produkte, die in erster Linie Rendite erzielen wollen, profitieren, wenn die reale Schwankungsbreite konstant bleibt, während die Anleger nervöser werden. Im Fachjargon ausgedrückt: Die Fonds profitieren, wenn die implizite Volatilität steigt. „Der Markt erwartet fast immer etwas höhere Schwankungen, als tatsächlich auftreten“, sagt Raviol. Schlecht für die Fonds ist es, wenn die realen Schwankungen die Erwartungen der Investoren übertreffen. Für Vola-Fonds, die Anleger vor Verlusten schützen sollen, ist es günstig, wenn die Aktienkurse fallen und die – reale, nicht implizite – Volatilität steigt. Laufen die Aktienmärkte gut und ohne stark zu schwanken, bringen die Fonds nicht viel ein.

Lesen Sie in der kommenden Printausgabe der procontra (Erscheinung am 22.4.16) wie sich die unterschiedlichen Strategien bislang geschlagen haben.

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