Umsatzverdoppelung mit Servicevereinbarung

Berater Recht & Haftung Top News von von Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte, Stephan Michaelis LL.M.

Worauf sollten Versicherungsmakler achten, wenn sie eine Servicevereinbarung mit ihren Mandanten abschließen wollen? Rechtsanwalt Stephan Michaelis erklärt es im Gastbeitrag.

Mit Servicepauschalen den Umsatz verdoppeln? Klingt gut, aber auf Einiges ist zu achten. Worauf, erklärt Stephan Michaelis. © Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte Hamburg

Umsatzverdoppelung mit Servicevereinbarung - ist vielleicht bei Ihren Privatkunden möglich, wenn dies überhaupt rechtlich zulässig ist. Daher stellt sich zunächst auch die Frage, ob es sich hierbei um eine Honorarvereinbarung mit einem Verbraucher handelt? Wäre dem so, so sind die Rechtsauffassungen wohl sehr unterschiedlich, ob dies zulässig sein soll oder nicht. Unstreitig ist jedenfalls, dass mit jedem „Nichtverbraucher“ eine Honorarvereinbarung im Rahmen der gesetzlichen Befugnis des § 34d GewO getroffen werden kann.

Die Courtageeinnahmen eines Versicherungsmaklers für einen Privatkunden, der für seine Sachversicherungsverträge Jahresprämien von 300,00 € hat, belaufen sich z.B. bei einem durchschnittlichen Courtagesatz von 20% auf Bestandseinnahmen in Höhe von 60,00 € pro Jahr. Dies sind durchschnittlich 5 ,- pro Monat.

Ist ein solcher Verbraucher nicht möglicherweise bereit, selbst 5,- pro Monat dafür zu bezahlen, dass er in seinen Versicherungsangelegenheiten einen Ansprechpartner hat, der ihn in vielfältigen weiteren Fragestellungen unterstützt? Ist es nicht dann auch möglich, dass der Kunde selbst ein Honorar für einen guten Service bezahlt, wenn er durch den Versicherungsmakler weitreichende Hilfestellungen erhält?

Verbraucher wissen nicht, welchen Service sie erhalten

Kann es sich für einen Versicherungsmakler rechnen, wenn er Hausbesuche vornimmt und dann auch noch die eigenen Fahrtkosten neben seiner Zeit zu tragen hat? Für die Vermittlung einer Privathaftpflichtversicherung sind doch zumeist die Fahrtkosten höher, als die Courtage, die aus diesem Versicherungsvertrag folgt.

Daher ist es für den Makler wichtig, zu wissen, dass er natürlich eine Kostenerstattung seiner Aufwendungen verlangen kann. Dies sollte er allerdings mit seinem Kunden transparent vereinbaren. Schon das Gespräch über eine Kostenerstattung mag einen Verbraucher sensibilisieren, welchen Service er tatsächlich erhält.

Ist es nicht dann auch üblich, dass der Makler eine Bestandssichtung vornimmt und erst einmal überprüft, wie die IST-Situation ist, ohne dass er überhaupt an die Vermittlung von Versicherungsschutz denkt? Aus unserer Sicht ist es durchaus legitim, dass eine solche Bestandssichtung ebenfalls vergütet werden kann.

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