Rente für alle: Höheres Niveau, geringere Beiträge?

Berater Top News von Martin Thaler

Wie kann das Rentensystem reformiert werden? Eine neue Berechnung bringt nun eine gesetzliche "Rente für alle" ins Spiel, Beamte und Selbstständige inklusive. Die Ergebnisse seien erstaunlich, sagt Prof. Martin Werding.

Kann eine "Rente für alle" die Lösung für die Rentenproblematik sein? Foto: Robert Kneschke - fotolia.de

Die Zahlen sind ernüchternd: Über die Hälfte aller Menschen in Deutschland droht ab 2030 eine Rente unterhalb der Armutsgrenze, hatte der WDR in dieser Woche berechnet.  Auch wenn diese Ergebnisse im Anschluss von einigen Rentenexperten angezweifelt wurde – das Thema Rentenreform ist in der Politik angekommen und dient zumindest als Munition für den kommenden Wahlkampf.  

Ist das jetzige Drei-Säulen-Modell reformierbar oder steht eine Rückkehr zur gesetzlichen Rente bevor? Letzteres sei aufgrund zu hoher Rentenbeiträge nicht finanzierbar, lautete bislang die Argumentation der Bundesregierung.   Doch dies könne vermieden werden, wenn eine gesetzliche Rentenversicherung eingeführt würde, in die auch Selbstständige und Beamte einzahlen würde, berichtet nun das WDR-Magazin „Monitor“ und legt dazu Berechnungen einer Langzeitstudie vor, die zusammen mit der Ruhr-Universität Bochum erstellt wurde.  

Professor Martin Werding kommt dabei zu dem Schluss, dass durch eine einheitliche Erwerbstätigenversicherung die Beitragssätze wesentlich länger stabil bleiben würden als mit dem derzeitigen Modell – und zwar bei steigenden Rentenniveau.   So könnten das Rentenniveau von derzeit 47,8 Prozent bis 2025 auf 52,6 Prozent erhöht werden – die Beitragssätze würden sich weniger stark erhöhen als unter dem jetzigen System, welches zudem ein deutlich niedrigeres Rentenniveau vorsieht, so Werding, der sich vom „starken und anhaltenden“ Effekt überrascht zeigte.

 Skeptisch reagierte indes das Bundesarbeitsministerium unter Andrea Nahles auf die Studienergebnisse:  „Eine Entlastung der Rentenfinanzen (bzw. höheres Rentenniveau) kann über die Einbeziehung zusätzlicher Personengruppen nur vorübergehend erreicht werden. Den neu hinzukommenden Beiträgen von Selbstständigen und Beamten stehen zeitverzögert auch entsprechend Rentenausgaben gegenüber", heißt es in einer schriftlichen Antwort des Ministeriums an Monitor.

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