Reine Aktienfonds: „Das Umfeld bleibt schwierig“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Annika Janßen

Ein Klassiker feiert Geburtstag: der Deutschland-Aktienfonds Concentra von Allianz Global Investor wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Fondsmanager Matthias Born im Interview über Herausforderungen der vergangenen Jahre, die Flop-Aktie 2015 und die Mischfonds-Konkurrenz.

Matthias Born: seit 2007 Fondsmanager des Concentra. Bild: Allianz Global Investors

procontra: Herr Born, den Concentra gibt es inzwischen seit 60 Jahren. Sie selbst verwalten den Fonds seit dem Jahr 2007, haben das Management also kurz vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise übernommen. Eine schwierige Aufgabe.

Matthias Born: Ich habe das Fondsmanagement im Oktober 2007 übernommen, insofern war 2008 das erste volle Jahr für mich als Portfoliomanager. Und es war rückblickend auch das schwierigste Jahr, bedingt durch die Finanzkrise. Am Jahresende stand der deutsche Leitindex Dax mehr als 40 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn, und auch der Concentra stand am Jahresende 2008 in den roten Zahlen. Dieses Krisenjahr konnten wir aber schnell wieder wettmachen. 2011 war die Lage dann noch mal sehr herausfordernd, wenn auch nicht ganz so schlimm wie drei Jahre zuvor. Abgesehen von diesen sehr schwierigen Zeiten waren es aber durchweg erfolgreiche Jahre – in mal mehr, mal weniger turbulenten Börsenzeiten. Unter dem Strich hat sich der Fonds stets gut entwickelt.

procontra: Hat sich im Laufe der Zeit etwas an der Anlagestrategie des Concentra verändert?

Born: Nicht wirklich. Die grundsätzlichen Prinzipien sind gleich geblieben: Wir suchen deutschlandweit nach Unternehmen, die ein nachhaltiges und überdurchschnittliches Wachstum erzielen – sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Dabei sollten sie überdurchschnittliche Kapitalrenditen erwirtschaften. Grundsätzlich haben wir einen sehr langen Anlagehorizont. Wenn wir einmal einen Titel gefunden haben, der unseren Ansprüchen genügt, bleiben wir mindestens drei bis vier Jahre investiert. Natürlich gibt es immer Investments, die sich nicht so gut entwickeln, wie erwartet. Aus solchen Fehlentscheidungen muss man lernen und für die Zukunft seine Schlüsse ziehen. Derzeit sind wir mit dem Fonds etwas defensiver aufgestellt als in den Jahren davor.

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