PKV: Die Beitragsanpassungen der größten Anbieter

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Die DKV sorgte mit ihrer Beitragserhöhung von 7,8 Prozent für Aufregung. Dabei schraubte ein anderer Anbieter im Dreijahresschnitt viel deutlicher an den Beiträgen. Ein Überblick

PKV-Beitragsanpassungen der größten Anbieter

Die DKV gab den Anlass private Krankenversicherer zu ihren Beitragsanpassungen zu befragen. Zusammen stehen diese Anbieter mit 7,4 Millionen Verträgen für 83 Prozent aller PKV-Vollversicherungen in Deutschland. Das Ergebnis zeigt ein sehr differenziertes Bild. Von deutlichen Erhöhungen bis hin zu Senkungen war in den vergangenen drei Jahren alles dabei.

Die Titelgeschichte der aktuellen procontra beschäftigte sich mit der PKV-Branche und erörtert, welche Diagnose zulässig ist.


Fehler im System?!
Die recht unterschiedlichen und sprunghaften Anpassungen (siehe Bilderstrecke unten) liegen im System. Die Anbieter prüfen jährlich die einzelnen Tarife und müssen ihre Prämien anpassen, wenn ein „auslösender Faktor“ für eine BAP anspringt. Das ist momentan der Fall, wenn die Gesundheitskosten oder die Lebenserwartung der Versicherten über der ursprünglichen Kalkulation liegen. Je nach Gesellschaft liegt der Toleranzbereich hier in der Regel zwischen 5 und 10 Prozent. Das bedeutet, auch wenn die tatsächliche Kostenbelastung über der Kalkulation, aber unter der auslösenden Schwelle liegt, so darf der Beitrag dennoch nicht angepasst werden. Wird die Schwelle dann doch mal überschritten, so sorgen die Nachholeffekte für eine entsprechend drastische Beitragserhöhung, was die „Beitragsstabilität“ der vergangenen Jahre schnell vergessen lässt. Experten gehen von einer branchenweiten Erhöhung der Prämien von 4,1 Prozent im Jahr 2016 aus.

Die Übersicht, aufsteigend nach Marktanteil (Joint Venture "LMplus" vorangestellt)

"LMplus" - Partner 1: Gothaer
Die Gothaer ist eines von vier Unternehmen, die im Leistungsmanagement (LM) einen Zusammenschluss planen, um die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Zu den Beitragsanpassungen (BAP) der vergangenen Jahre gab man auf procontra-Anfrage keine Auskunft. Verschiedenen Veröffentlichungen zufolge lagen die BAP in 2015 bei durchschnittlich 2,2 in 2016 bei 2,6 Prozent.
 
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