Klassische LV-Verträge verlieren an Bedeutung

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die Versicherungsbranche hat ihre Geschäftszahlen für 2015 vorgestellt und zeigt sich zufrieden. Rückgänge gibt es bei den Lebensversicherungen zu verzeichnen. Produkte mit modifizierten Garantien stimmen die Versicherer hingegen hoffnungsfroh.

Der GDV stellte die Zahlen der Versicherungsbranche vor.

Der GDV stellte die Zahlen der Versicherungsbranche vor. Foto: procontra

Ein schwieriges Jahr liegt hinter der deutschen Versicherungswirtschaft, dennoch zeigt sich die Branche mit den erzielten Ergebnissen zufrieden: „Unsere Zahlen für das vergangene Jahr können sich angesichts der schwierigen Umstände sehen lassen“, resümierte Alexander Erdland, Präsident der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf der GDV-Jahrespressekonferenz an diesem Mittwoch. So konnte die Branche insgesamt auf ein Beitragsplus von 0,6 Prozent verweisen.

In der Lebensversicherung sanken die Beiträge nach dem Rekordjahr 2014 um 1,1 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro. Mut macht der Branche dabei die zufriedenstellende Nachfrage nach neuen Garantieprodukten. Hierunter fallen sowohl Produkte der sogenannten neuen Klassik als auch fondsgebundene Produktkonzepte mit Garantien. Auf diese entfielen im Neugeschäft bereits 37 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 31 Prozent, 2013 nur 24 Prozent. Klassische Versicherungen mit Garantiezins machten nur noch 59 Prozent aller Verträge aus. „Damit zeigt sich, dass der Umbau hier bereits weit fortgeschritten ist und die Sparte neben der klassischen Lebensversicherung ein zweites Standbein hat“, heißt es von Seiten des GDV.

Erdland sieht die Branche hier auf einem guten Weg, die Hinwendung der Kunden durch das niedrige Zinsniveau befördert: „Kunden wollen nicht nur Garantien, sondern auch eine Chance auf möglichst attraktive Leistungen.“  

Bei den Einmalbeiträgen war im Vergleich zum Vorjahr jedoch ein Rückgang zu verzeichnen: Sie sanken 2015 um 4,2 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 13 Prozent registriert werden konnte. Der Verband sprach hier von einer Konsolidierung, die schon für das vergangene Jahr erwartet worden war.  Die Zahl der Verträge sank um 1,6 Prozent auf 91 Millionen.

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