Jobverlust durch Digitalisierung – Debatte zu emotional?

Versicherungen Digital von Michael Fiedler

Also alles gar nicht so schlimm?

Die Debatte um Arbeitsplatzverlust durch Digitalisierung werde viel zu emotional geführt, ist sich Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PwC Deutschland, sicher. Mit einer eigenen Untersuchung wollte PwC zur Versachlichung der öffentlichen Auseinandersetzung beitragen. PwC bemängelte, dass andere Untersuchungen den Bedarf an neuen Arbeitskräften außer Acht lassen. So würden bis 2030 allein im Gesundheitsbereich 300.000 Arbeitskräfte benötigt.
Für das Banken- und Versicherungswesen erwartet auch PwC einen „Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften“ um 10 Prozent durch Digitalisierung.

Wenn ein Teil der Arbeitnehmer in der digitalisierten Arbeitswelt abgehängt werde, bedeute das nicht zwangsläufig, dass diese Personen arbeitslos würden, so Frank Riemensperger, Deutschland-Chef von Accenture.
Wichtig seien Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter – da sind sich McKinsey, PwC oder auch Accenture einig. PwC kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Unternehmen entlastet werden, um die Finanzierung für die notwendige Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter leisten zu können.

Schadenregulierung: Mercedes und HDI wollen Zusammenarbeit ausbauen

Im Bereich Digitalisierung sieht Accenture die Automobilindustrie vorn. Passend dazu: Am Mittwoch meldete Mercedes-Benz, dass man die Abwicklung von versicherungsrelevanten Unfallschäden mit HDI optimieren wolle. Bestehende Prozesse sollen vernetzt und schnellere Bearbeitung gewährleistet werden. Die Abwicklung der Unfallschäden wird zukünftig auf einer „elektronischen Kommunikations- und Kalkulationsplattform mit einem individuell definierten Workflow“ erfolgen. Ziel: schnellere Reparaturfreigaben und höhere Kundenzufriedenheit.

Übrigens: Laut McKinsey sind Schadenregulierung und Verwaltung die am stärksten vom Arbeitsplatz-Verlust betroffenen Bereiche im Versicherungswesen.

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