Ein Herz für die Riester-Rente

Berater von Stefan Terliesner

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge nennt die geforderte Rückabwicklung der Riester-Rente einen „groben Vertrauensbruch“ gegenüber Sparern.

Hat ein Herz für Riester-Rente: das Deutsche Institut für Altersvorsorge Fotolia / glisic_albina

Die vom CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer geforderte Rückabwicklung der staatlich geförderten Riester-Rente wäre ein grober Vertrauensbruch gegenüber all jenen Sparern, die mit selbst verantworteter Vorsorge ihre gesetzliche Rente im Alter ergänzen wollen. Diese Meinung vertritt Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), das dem Deutsche Bank-Konzern zuzuordnen ist.

„Diebstahl von Zeit und Geld“

In einer Pressemitteilung heißt es: „Vor knapp 15 Jahren wurden die Bürger im Zuge der Rentenreform von Politik und Staat zu mehr Eigenvorsorge aufgefordert. Mehr als 16 Millionen sind dieser Aufforderung gefolgt und habeneine Riester-Rente abgeschlossen und sich auf die Zusagen des Staates verlassen. Eine Rückabwicklung würde die Altersvorsorgeplanungen dieser Menschen in Teilen in Frage stellen.“ Anschließend wird Morgenstern wie folgt zitiert: „Altersvorsorge bedarf langfristiger Verlässlichkeit und darf nicht als Try-and-Error-Experiment betrieben werden. Wer die Riester-Rente abwickeln will, stiehlt den Sparern Zeit und Geld.“

Anstatt die weithin bekannten Schwächen im bestehenden Altersvorsorgesystem zu beseitigen, werde mit der Rückabwicklung der Riester-Rente ein schlagzeilenträchtiges Thema für den Bundestagswahlkampf in Stellung gebracht. „Die Politik trägt selbst gehörig Mitschuld daran, dass sich die von ihr geschürten Erwartungen in die Riester-Rente nicht so erfüllt haben, wie es bei Einführung geschildert worden ist. Mit einer freiwilligen Zusatzvorsorge sollte eine Kürzung in einem verpflichtenden System ersetzt werden. Das ist der Geburtsfehler, den die Politik zu verantworten hat“, fügt Morgenstern hinzu.

Rechtsrahmen vereinfachen

Die Verbreitung der freiwilligen Vorsorge sei zusätzlich durch einen komplizierten Rechtsrahmen erschwert worden. So halte viele Geringverdiener, die durch die festen Zulagen gerade günstiger gestellt werden, die spätere mögliche Anrechnung auf Grundsicherung im Alter vom Abschluss eines Vertrages ab. Das gesetzlich vorgeschriebene Zusammenspiel von Zulagenstelle und Finanzämtern verkompliziere außerdem die Abwicklung. Nach Meinung des DIA soll die Politik hier ansetzen, „statt Altersvorsorgesparer mit wahlkampftauglichen Ankündigungen zu verunsichern.“

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