Darum gebe ich den 34 d GewO zurück

Berater Top News von Michael Fiedler

Niedrigzins? Rentendebatte? Stornohaftung? Warum Makler Martin Tiemerding seine Zulassung gemäß § 34 d GewO aufgibt, erklärt der Finanzierungsspezialist im Interview.

Gibt seinen § 34 d GewO zurück: Martin Tiemerding

Gibt seinen § 34 d GewO zurück: Martin Tiemerding

procontra: Herr Tiemerding, Sie kommentierten auf Facebook einen Artikel von uns und schrieben, dass Endkunden mit dem KfW-Förderdarlehen 152 Gewinn machen. Können Sie erklären, wie das funktioniert?

Martin Tiemerding: Nehmen wir an, der Kunde will eine neue Heizungsanlage einbauen und will ein Darlehen in Höhe von 30.000 Euro. Dafür bezahlt er 0,75 Prozent Zins mit zehn Jahren Zinsbindung. Das erste Jahr ist tilgungsfrei. Tilgt der Kunde, verringert sich auch die Zinslast. Nun kommt folgendes hinzu: In Deutschland besteht für 30 Jahre alte Anlage eine Heizungstauschpflicht. Sofort nach Installation der Heizung wird ein Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent gezahlt. Das verringert die Zinslast wiederrum entscheidend. Bei Anlagen die jünger sind, beträgt der Tilgungszuschuss sogar 12,5 Prozent. Rechnen Sie nun noch die 20 bis 25 Prozent Energiekostenersparnis hinzu, wird klar, warum es sich um lohnende Angebote handelt. Und das ist nur KfW. In NRW können bis zu vier Förderprogramme gleichzeitig genutzt werden.

procontra: Wie haben Sie sich dieses Wissen angeeignet?

Tiemerding: Ich stamme aus einer Handwerker-Familie und kannte deshalb die KfW. Im Selbststudium und bei den kostenpflichtigen Seminaren habe ich dieses Wissen erarbeitet.
Meinen ersten Kunden lernte ich auf einer Infoveranstaltung eines befreundeten Heizungsbauers kennen. Fenster, Dämmung und Heizungsanlage sollten erneuert werden – insgesamt für ca. 40.000 Euro. Ich stellte ihm die KfW-Förderprogramme vor und gab ihm meine Kontaktdaten. Er meinte, von seiner Hausbank einen entsprechenden Kredit zu bekommen. Doch die lehnte ab. Obwohl der Ingenieur gut verdiente, keine Unterhaltsverpflichtungen hatte und das Haus fast schuldenfrei war.

procontra: Wie kommt das?

Tiemerding: Banken verdienen kein Geld an der Vermittlung von Fördergeldern. Zusätzlich werden diese in Bezug auf die jährliche Bonifikation nicht gerade positiv bewertet. Deshalb werden solche Anträge oft abgelehnt. Und das Wissen ist nicht verbreitet – klar: Warum sollte eine Bank in die Weiterbildung von Mitarbeitern investieren, wenn man damit kein Geld verdienen kann.
Den Kunden wird dann oft gesagt „Das ist nichts für Sie“ oder „Sie haben ja schon ein KfW-Darlehen“.

procontra: Sind denn KfW-Programme miteinander kombinierbar?

Tiemerding: Ja, natürlich. Mein Fokus liegt auf den wohnwirtschaftlichen Förderprogrammen der KfW. Da geht es vor allem um Energieeffizienz und altersgerechten Umbau.

procontra: Und die Einbruchsysteme?

Tiemerding: Das ist neu, obwohl dafür kein eigener Förderbereich geschaffen wurde. Der ungeheure Anstieg der Einbruchzahlen zeigt, wie wichtig diese Maßnahmen sein können.

Seite 1: Wie Kunden von KfW-Darlehen profitieren
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