Axa bietet Versicherungskäse

Berater von Martin Thaler

Der "Sieger" steht fest: Der Bund der Versicherten hat seinen Negativpreis "Versicherungskäse des Jahres" der Axa für ihr Produkt "Relax Rente" verliehen. Welche Gründe hierfür ausschlaggebend waren.

Auch im Fernsehen wirbt die Axa für ihre "Relax Rente".

Auch im Fernsehen wirbt die Axa für ihre "Relax Rente". Foto: Axa

Die „Relax Rente“ der Axa Lebensversicherungs AG ist der Versicherungskäse des Jahres. Der Bund der Versicherten verlieh den in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehenen Negativpreis der Branche an diesem Donnerstag im Rahmen der Wissenschaftstagung des BdV.

Am Axa-Produkt bemängelte die Jury insbesondere, dass „es vor Intransparenz und der Werbung mit Selbstverständlichkeiten strotzt“, teilte der BdV mit. Diese „klassische Rentenversicherung mit Indexbeteiligung“ klinge so, als würde in Fonds investiert werden, mit denen man an der Index-Entwicklung teilnehme, so die Verbraucherschützer.

„Hochgradig intransparent ist, dass in der Produktdarstellung Policen mit Indexpartizipation und die reinen Fondspolicen durcheinander gehen“, so Edda Castelló, Mitglied der Jury. „Der Verbraucher weiß daher gar nicht, ob er überhaupt eine echte Fondspolice bekommt“. Auch ist das Verfahren, mit dem der Kunde an einer Indexentwicklung teilnehmen soll, nicht nachvollziehbar.

Darüber hinaus wurde die Werbung mit Selbstverständlichkeiten bemängelt. In die Kritik gerieten dabei Formulierungen wie „Höhe der Mindestrente ist bei Vertragsabschluss bekannt“, „Anpassung der Anlagestrategie an die individuelle Lebenssituation“, „Rente der Kapitalzahlung“ und „höhere Prämien/ Zuzahlungen“ möglich.

„Hinter diesen Floskeln verbergen sich hochkomplexe und intransparente Produktgestaltungen, die den suggerierten Inhalten zuweilen widersprechen“, begründet der BdV seine Entscheidung, die „Relax Rente“ auszuzeichnen.   Vom Unternehmen selbst war keiner bei der „Preisverleihung“ vor Ort, was BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein im Hinblick auf das vergangene Jahr bedauerte. Der damalige „Sieger“, die Allianz, hatte Mitarbeiter zur Entgegennahme des „Preises“ geschickt.

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