§34i: Diese Qualifikationen dienen als Sachkundenachweis

Berater von Martin Thaler

Wer Immobilienkredite vermitteln will, braucht einen Sachkundenachweis. Doch bestimmte Berufsqualifikationen machen einen solchen obsolet. Der Bundesrat hat diese Liste jetzt noch einmal erweitert.

Bestimmte Berufsqualifikationen machen einen Sachkundenachweis obsolet.

Bestimmte Berufsqualifikationen machen einen Sachkundenachweis obsolet. Foto: drubig-photo - fotolia.de

Am vergangenen Freitag hat der Bundesrat die Immobiliendarlehensvermittlungsverordnung (ImmVermV) beschlossen. Diese konkretisiert die am 21. März dieses Jahres in Kraft getretene Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) und legt beispielsweise fest, wie und von wem der nötige Sachkundenachweis erbracht werden muss. Dieser ist notwendig für all diejenigen Gewerbetreibenden, die gemäß §34i GewO Verbraucherdarlehensverträge für Immobilien oder entsprechende entgeltliche Finanzierungshilfen vermitteln möchten.  

Aber nicht jeder Vermittler muss wieder die Schulbank drücken und eine Prüfung bei den Industrie- und Handelskammern ablegen. So sind zum Beispiel die Vermittler davon befreit, die unter die Alte-Hasen-Regelung fallen. Hierunter fallen alle Personen, die seit dem 21. März 2011 ununterbrochen unselbstständig oder selbstständig eine Tätigkeit im Sinne des §34i Absatz 1 Satz GewO ausüben, sofern sie denn bei der Beantragung der Erlaubnis die ununterbrochene Tätigkeit nachweisen können.

Doch nicht nur „Alte Hasen“, auch die Absolventen bestimmter Studienabschlüsse können um die Sachkundeprüfung herumkommen, wie der Bundesrat nun entschied und die Liste der Abschlüsse sogar noch erweiterte.  

Folgende Berufsqualifikationen sind dem Sachkundennachweis gleichgestellt:

  • als Immobilienkaufmann oder als Immobilienkauffrau
  • als Bankkaufmann oder Bankkauffrau
  • als Sparkassenkaufmann oder Sparkassenkauffrau
  • als Kaufmann bzw. –frau für Versicherungen und Finanzen „Fachrichtung Finanzberatung“, wenn die Abschlussprüfung auf der Grundlage der bis zum 31. Juli 2014 geltenden Fassung der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen vom 17. Mai 2006 abgelegt wurde oder die Abschlussprüfung nach der ab dem 1. August 2014 geltenden Fassung der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen abgelegt wurde und der Antragsteller die Wahlqualifikationseinheit „Private Immobilienfinanzierung und Versicherungen“ gewählt hat
  • als geprüfter Immobilienfachwirt oder als geprüfte Immobilienfachwirtin
  • als geprüfter Bankfachwirt oder geprüfte Bankfachwirtin
  • als geprüfter Fachwirt für Finanzberatung oder geprüfte Fachwirtin für Finanzberatung
  • als geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder als geprüfte Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen
  • als geprüfte(r) Fachberater(in) für Finanzdienstleistungen, wenn zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Bereich der Immobiliendarlehensvermittlung vorliegt
  • Zudem wird auch der erfolgreiche Abschluss eines mathematischen, wirtschafts- oder rechtswissenschaftlichen Studiums an einer Hochschule oder Berufsakademie wird als Nachweis anerkannt, wenn die erforderliche Sachkunde bei der antragstellenden Person vorliegt. Dies setzt in der Regel voraus, dass eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung nachgewiesen wird.

Der Bundesrat hat zudem folgenden Abschluss ergänzt: Ebenfalls als Nachweis anerkannt, wird ein Abschlusszeugnis als Finanzfachwirt (FH) oder Finanzfachwirtin (FH) mit einem abgeschlossenen weiterbildenden Zertifikatsstudium an einer Hochschule, wenn zusätzlich eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung vorliegt.

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